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DIE AGILOLFINGER BAYERNHERZÖGE: Fürst Agilulf (vor 482): Herzog Theodo(n) I. (vor 570): Die Theodonen (übersetzt: "von den hohen Göttern" oder "die von Odin und seinen Nachfahren Abstammenden") der Agilulfinger (Agilolfinger) gelten mit ihrem Stammvater Agilulf als die Herzöge der Landnahme der Baiern in Süddeutschland. Agilulf und die Theodonen führten die Bajuwaren vom Gebiet nahe der Ostseeküste über das Gebiet der unteren Elbe nach Süddeutschland, wo sie ihr endgültiges Stammesgebiet erreichten und besiedelten. Herzog Theodo(n) II. (vor 570) Herzog Theodo(n) III. (vor 570) Herzog Garibald(us) I. 548-595: 550 als erster Bayernherzog erwähnt, Gefolgsmann der Franken und offizieller Gründer Baierns. Garibald ist ein früher Vertreter der Agilulfinger (Agilolfinger) und wahrscheinlich die Fortsetzung der baierischen Herrscher vor der Landnahme der Baiern in Süddeutschland. Die Dynastiebezeichnung stammt aus dem Keltischen und bedeutet "von den hohen Göttern" (a gil oder a gael, kelt. = von Gott). Bereits frühere Publikationen gingen von einer Abstammung der Agilulfinger mit den Merowingern aus. Theudebert II. (oder Theodo II.) von Austrasien (nördliches Ostfranken) wird als sein Vater gesehen. Aber auch Agiwald von Meaux, ein Sohn des Agilolf von Meaux. Weiters wird eine verwandtschaftliche Verbindung zu langobardischen Herrschern vorausgesetzt. Die Landnahme der Baiern in Süddeutschland (die Wanderung von Norder her) und die Ethnogenese fallen jedenfalls in die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts und damit waren die Agilolfinger die ersten Herzöge der Baiern. Spätestens 30 Jahre nachdem die Franken die Provinz Raetia II von den Ostgoten übernommen hatten, erwähnt Gregor von Tours in der Frankengeschichte einen bajuwarischen Herzog mit Namen Garibald. Der fränkische König Chlothar I. nannte ihn einen der Seinen und vermählte ihn mit der Witwe König Theudowalds, der langobardischen Königstochter Walderada. Um 555 heiratete Garibald Waldrada, die Tochter des Langobarden-Königs Wacho, die in erster Ehe mit dem Frankenkönig Chlothar I. verheiratet gewesen war. Zwar wird Garibald durch seine Abstammung als Gefolgsmann der Franken genannt, seine Nähe zu den Langobarden bleibt aber unverkennbar, insbesondere in seiner Heiratspolitik: Eine Tochter Garibalds wird mit dem Herzog Eoin von Trient vermählt, eine andere mit Gisulf von Friaul, während eine weitere Tochter, Theodelinde, den König der Langobarden Authari heiratet. Garibalds Sohn Gundoald wird Herzog von Asti und als Vater König Ariperts I. Ahnherr der agilolfingischen Langobardenkönige. Um 548 erhält Garibald den Herzogstitel für Baiern. Nach nicht näher bezeichneten Kämpfen in der Zeit der Annäherung an die Langobarden, darunter Kämpfe mit Franken im Jahre 589, brachten sich im selben Jahr die Kinder Theodelinde und Gundoald nach Italien in Sicherheit. Im Jahr 595 folgt Garibalds Sohn Tassilo I. seinem Vater im Herzogsamt, ohne dass die näheren Umstände bekannt wurden. Herzog Tassilo I. 595-610: Tassilo I. aus der Dynastie der Agilolfinger amtierte von 595 (593?) bis 610 als Herzog von Baiern und kämpfte gegen die Slawen. Tassilo war der Sohn des ersten namentlich bekannten Baiern-Herzogs Garibald I. und folgte diesem in seinem Amt. Über seine Mutter Waldrada (Tochter von König Wacho) war er mit den Langobarden verwandt. Anfang und Mitte der 590er Jahre hat er offenbar jeweils einen Feldzug gegen die Slawen unternommen, die in diesen Jahren aus ihrer östlichen Heimat westwärts gewandert und Nachbarn der Baiern geworden waren (Karantanen, Tschechen); vom ersten Feldzug soll er nach einem Sieg im Pustertal mit reicher Beute heimgekehrt sein, während er beim zweiten vorzeitig zurückkehrte, da die Slawen offenbar ein Bündnis mit den Awaren erreicht hatten. Die Berichte über diese Slawenkämpfe sind allerdings für längere Zeit die letzten Nachrichten, die über das bairische Herzogtum bekannt sind. Nachfolger Tassilos wird Garibald II. Herzog Garibald(us) II. 610-630: Garibald II. aus der Dynastie der Agilolfinger war von ca. 610 bis ca. 630 Herzog von Baiern. Garibald war ein Sohn des Herzogs Tassilo I., dem er im Amt folgte. Wie dieser war auch Garibald in Kämpfe mit den slawischen Nachbarn verwickelt. Er war er mit einer Gaila oder Appa von Friaul verheiratet. Mit ihr hatte er die Kinder Theodo I. (= Theudebert ?) und Fara (= Agilulf ?). Möglicherweise kam Garibald II. in Kämpfen mit den fränkischen Arnulfingern ums Leben. Jedenfalls rebellierte sein Sohn Fara, der ihm offenbar im Amt des Herzogs folgte, gegen den Frankenkönig Sigibert III. und dessen Hausmeier Adalgisel. Herzog Fara von Baiern 630-640: Herzog Fara von Baiern (von 586/611 bis 641) gilt als Sohn des Agilolfingers Garibald II. von Austrasien/Austrien und Bayern und der Langobardin Gaila/Geila von Friaul, Tochter des Langobarden-Herzogs Gisulf. Der Name dürfte wohl eine Abkürzung von Farabert/Faribert/Farrobert/Farabut/Farbert/Pharabert sein, vgl. dazu König Farabert von Franken (geboren um 122/131; gestorben 186) und die späteren Äbte von Prüm Farabert I. (886-893) und Farabert II. von St. Paul (935-947); ähnlich auch König Pharamund/Pharamond/Faramund/Faramond/Vaermund von Franken-Westfalen (von 370/380/397 bis 427/430/431)). All diese bezeichnen nahe Verwandte der Agilolfinger. Sein Sohn ist Herzog Theodo I. von Bayern. Herzog Fara ist Freund und Bundesgenosse von Herzog Radulf von Thüringen (gestorben 642), mit dem gemeinsam er gegen den austrasischen Regenten Adalgisel und gegen den jungen König Sigibert III. rebellierte. Faras Motiv war die Rache an den Arnulfingern für den Tod seines Vaters. Beim Gegenfeldzug Sigiberts III. fiel er selbst in der Schlacht. Herzog Theodo I. 640 (630)-680: Theodo I. aus der Dynastie der Agilolfinger war etwa in der Zeit von 640 bis 680 Herzog der Baiern. Mitunter auch Theodo IV. genannt, um die eher legendären . Theodo I. folgte als Herzog auf Fara, ohne dass seine genaue genealogische Einordnung in den Stammbaum der Agilolfinger wirklich gesichert wäre. Möglich ist, dass er Faras Sohn war, aber auch eine Gleichsetzung mit Agilolf, dem Bruder Garibalds II. wird vertreten, was ihn zu einem Onkel Faras machen würde. Mit seiner Gattin Gleisnod de Friuli hatte Theodo zwei Kinder: den Sohn und Nachfolger im Herzogsamt, Lantpert, sowie die Tochter Uta. An seinem Hof in Regensburg ließ sich der Wanderbischof Emmeram nieder. Mit den Angelegenheiten des Frankenreiches in dieser Zeit scheint er nicht viel zu tun gehabt zu haben, da er von dieser Seite aus praktisch nicht erwähnt wird. Sein direkter Nachfolger wurde sein Sohn Landfried/Lantpert, der Mörder von Hl. Emmeram. Nach dessen offenbar kurzer Regierungszeit folgt Theodo II. Herzog Landfried ab 680: Herzog Theoto 690, beruft Bischof Rupert, der aus einem begüterten fränk.Adelsgeschlecht aus Worms, verwandt mit Karolingern und Merowingern, stammt, zum ersten Bischof von Salzburg Herzog Theodo II. bis 716 (717): Theodo II., Herzog von Baiern, aus dem Geschlecht der Agilolfinger. Die Forschung besitzt die Ansicht, es habe zwei verschiedene Herzöge dieses Namens gegeben, die nacheinander in Baiern regierten Theodo beginnt seine Regierung in der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts. Er führt eine von den karolingischen Hausmeiern unabhängige Politik, die geprägt ist von dem Versuch, Verbündete gegen den fränkischen Druck zu finden. So gewährt er 702 dem exilierten Langobarden Ansprand und dessen Sohn Liutprand in Baiern Asyl. 712 zieht sein Sohn Theudebert in das Langobardenreich. Die Baiern erleiden eine Niederlage, trotzdem wird Ansprand bald darauf König der Langobarden. Die Unterstützung Theodos führt zu einem Bündnis mit dem neuen Langobardenkönig, das durch Heiraten zwischen den beiden Familien weiter gestärkt wird. Innenpolitisch ist die Regierung T.s vor allem von der Förderung einer bairischen Kirchenreform bestimmt. Er ruft die Reformbischöfe Emmeram, Rupert und Korbinian ins Land. 715 reist er nach Rom und bittet Papst Gregor II. um eine vom Frankenreich unabhängige Bistumsorganisation für Baiern. Zwar schickt der Papst darauf Legaten mit detaillierten Anweisungen, der Plan bleibt aber, wohl wegen des Todes von Theodo, in den Anfängen stecken. Diese neue Organisation sollte wohl vor allem die Eigenständigkeit gegenüber den Karolingern demonstrieren und durch das Einvernehmen mit dem Papst absichern, genauso wie die Teilung des Herzogtums unter Theodos Söhnen Grimoald, Theudebald, Tassilo und Theudebert, der wohl schon seit dem Beginn des 8. Jh. als Mitregent tätig ist. Herzog Tassilo II. 716-719: Tassilo II. war Herzog von Baiern um 716 bis um 719. Er war der Sohn des Herzogs Theodo II. und der Folchaid. Seine Existenz wird im Salzburger Verbrüderungsbuch dokumentiert, wo er vor seiner Heirat noch als unverheiratet verzeichnet ist. Ihm wird seine Ehefrau Imma ( um 750) zugeordnet, die ihn zum Vater eines Grimoald und der Swanahilde machte, der späteren Ehefrau Karl Martells. Da Swanahilde mit Sicherheit die Nichte Herzog Odilos (Herzog 739-748) war, hat dies zur Folge, dass Odilo ein Schwager Tassilos gewesen sein musste. Herzog Theodo III. (Theodbert) 719-725: Herzog Theudebert von Baiern (* um 685; 725) - auch Theodebert/Theotpert oder kurz Theodo war von 719 bis 725 Herzog von Baiern. Nicht wenigen gilt er identisch mit Theodo III. Er gilt als Sohn von Herzog Theodo II. von Baiern und damit Bruder von Grimoald II. und Tassilo II.. Herzog Theudebert hat Regintrude/Regintrud geheiratet, die entweder eine Tochter des Merowingerkönigs Dagobert I. oder eine Tochter des Pfalzgrafen Hugobert war. Herzog Hugbert 725-737: Hugbert aus der Familie der Agilolfinger war 724 - 739 Herzog von Baiern. Er war der Sohn des Herzogs Theudebert und der Regintrud, die wiederum eine Tochter des Merowingerkönigs Dagobert I. oder des Seneschalls (und Pfalzgrafen) Hugobert und der Irmina von Oeren war. Beim vorzeitigen Tod seines Vaters entstand Uneinigkeit über die Nachfolge. Karl Martell versuchte, daraus Nutzen zu ziehen, und das nach Eigenständigkeit strebende Herzogtum stärker in den Griff zu bekommen. Hugbert sah sich gezwungen, Teile seines Herzogtums preiszugeben, und eine Zeit lang wurden bairische Gesetze im Namen des Merowingerkönigs Theuderich IV. (König 721-737) erlassen. Hugbert (Hukbert) setzte den Plan seines Vorgänger in die Tat um, eine unabhängige bairische Kirche zu schaffen, indem er Bonifatius zur Christianisierung des Landes einsetzte und den Bischof Korbinian von Freising nach Baiern zurückholte. Herzog Odilo 737-749: beruft den Angelsachsen Winfried, Bistum Salzburg Herzog Odilo ( 18. Januar 748) beherrschte das Stammesherzogtum Bayern (korrekte Schreibweise: Baiern) von 736 bis zu seinem Tod. Er stammte aus dem bairischen Herzogsgeschlecht der Agilolfinger. Seit 736 Herzog als Nachfolger Hugberts, realisierte er im Jahr 739 die bayerische Diözesanteilung. Die Bistümer Regensburg, Freising, Passau und Salzburg wurden kirchenrechtlich gegründet und ihre Grenzen festgelegt. Im Jahr 741 kam Würzburg als Diözese hinzu. Im gleichen Jahr heiratete Odilo mit Hiltrud eine Tochter des fränkischen Hausmeiers Karl Martell, mit dessen Söhnen Karlmann und Pippin der Jüngere es 742/43 zum Konflikt kam. Odilo unterlag und musste die fränkische Oberhoheit über Bayern bestätigen, behielt aber sein Amt als Herzog. Nach seinem Tod wurde als Nachfolger sein Sohn Tassilo III. durch Pippin den Jüngeren bestimmt. Odilo gilt als Gründer von Kloster Niederaltaich und Kloster Mondsee und noch einer Reihe weiterer Klöster. Er veranlasste auch die Niederschrift des Lex Baiuvariorum, des bairischen Stammesrechts. Odilo wurde im Kloster Gengenbach beerdigt. Herzog Tassilo III. 18.1.748-788, Gefolgsmann des Frankenkönigs Pippin Tassilo, Herzog von Baiern, geboren um 740 als Sohn Herzog Odilos und Hiltruds, einer Tochter Karl Martells, vor 797. - Herzog Tassilos III. gesamte Regierungszeit ist geprägt durch den Kampf um Eigenständigkeit gegenüber dem Frankenreich, der schließlich 788 mit der Absetzung Tassilos scheitert. Nach dem Tod des Vaters 748 wird Tassilo zunächst zum Herzog unter der Vormundschaft seiner Mutter. Aber noch im selben Jahr bemächtigt sich Grifo, ein Sohn Karl Martells, der wegen seiner agilolfingischen Mutter einen Thronanspruch geltend macht, im Zuge der Erbstreitigkeiten mit seinem Bruder Pippin des Herzogtums. Pippin marschiert in Baiern ein, vertreibt Grifo und setzt Tassilo wieder ein. 754 stirbt Hiltrud. Damit wird Pippin, als Bruder der Mutter, der direkte Vormund Tassilos. Aus dieser Vormundschaft wird Tassilo 757 entlassen, er leistet Pippin und seinen Söhnen in Compiègne den Treueeid. Der eigentliche Konflikt mit den Karolingern beginnt 763, als Pippin Tassilo auffordert, sich an seinem Heereszug gegen die Aquitanier zu beteiligen, die mit Tassilos Vater verbündet waren. Herzog Tassilo stößt zum Heer, entschuldigt sich aber bald darauf mit einer Krankheit und kehrt nach Baiern zurück. Damit begeht er nach Einschätzung der Karolinger »harisliz«. Herzog Tassilo bittet Papst Paul I. um Vermittlung zwischen ihm und Pippin, aber die Gesandten des Papstes werden vom Langobardenkönig Desiderius abgefangen. Da Pippin bald darauf stirbt, kommt es trotzdem nicht zu einem offenen Konflikt. Um seine Stellung zu festigen, sucht Herzog Tassilo III. Bündnisse, so heiratet er die Tochter des Langobardenkönigs Desiderius, Liutbirga (Liutpirc). Möglicherweise hat Tassilo während der letzten Jahre der Auseinandersetzungen auch Verbindungen zu den Awaren und Sachsen aufgenommen. Während des Streites zwischen Pippins Sohn Karl und Desiderius, der 773/774 in der Eroberung des Langobardenreiches gipfelt, ergreift Tassilo allerdings keine Partei. Trotzdem spitzt sich der Konflikt mit den Karolingern weiter zu. Um die profränkischen Bischöfe von Freising und Salzburg, Atto und Arn, beginnt sich eine innerbairische Opposition zu sammeln. Papst Hadrian I. stellt sich auf die Seite der Karolinger. Daraufhin wird Tassilo 781 von Karl aufgefordert, sich in Worms einzufinden. Nach dem Austausch von Geiseln erklärt sich Tassilo dazu bereit. Er erneuert noch einmal die Treueeide von Compiègne. 787 wenden sich Karl und Tassilo wieder an den Papst, der diesmal Tassilo droht, ihn zu bannen, sollte er die Treueeide nicht halten. Er verweigert selbst unter Waffengewalt den Lehenseid. Eine Gesandtschaft Tassilos nach Rom zu Karl scheitert, und Karl marschiert in Baiern ein. Tassilo wird gezwungen, sein Herzogtum an Karl zu übergeben. Er erhält es als Lehen zurück und muß 12 Geiseln stellen, darunter seinen Sohn Theodo. Karl lädt ihn 788 aber erneut nach Ingelheim. Dort wird er von bairischen Adeligen angeklagt wegen Treuebruchs und Verhandlungen mit den Awaren. Die Reichsversammlung verurteilt ihn wegen dieser Vorwürfe und wegen der Ereignisse während des Aquitanischen Feldzuges 763 zum Tode. Von Karl begnadigt tritt Tassilo in ein Kloster ein, und zwar in Lorsch (Rheinebene bei Bensheim) oder in Jumièges. Seine gesamte Familie wird ebenfalls in verschiedene Klöster geschickt. 794 muß Tassilo noch einmal öffentlich auf der Synode von Frankfurt auf alle seine Rechte verzichten. Danach gibt es keine Nachrichten mehr von ihm, wahrscheinlich ist er in Jumièges zwischen 794 und 797 gestorben. Innenpolitisch ist das Wirken Herzog Tassilos III. vor allem durch die Synoden von Dingolfing, Aufhausen und Neuching gekennzeichnet, auf denen Tassilo weltliche und kirchliche Reformen vorantreibt und das Verhältnis zwischen kirchlicher und weltlicher Gewalt für Baiern regelt. Unter anderem erläßt er in dieser Zeit ein Gesetz, das von jedem Bischof verlangt, an seinem Sitz eine Schule einzurichten. Tassilo gründet auch mehrere Klöster, darunter 777 Kremsmünster, vor allem Benediktinerstifte. Auf dem Tassilokelch befindet sich eine der ältesten Mariendarstellungen sowie die Bezeichnung "Dux fortis". Bischof Agilolf von Köln: Hl. Bischof von Köln, gest. nach 748 in Köln, Fest: 9.7. Nach dem Tode Reginfrids wurde Bischof Agilolf 745 an Stelle des hl. Bonifatius auf Initiative des hohen Fränkischen Adels zum Bischof von Köln erhoben. Trotzdem wirkte er im Geiste der Reform des Bonifatius. Er ist als Teilnehmer der letzten bonifatianischen Synode durch einen Papstbrief vom Jahre 748 bezeugt. Als Todesjahr wird mit Möglichkeit das Jahr 752 genannt. In späterer Überlieferung einer Passio aus dem 11. Jh. wurde er mit einem ermordeten Mönch von Malmedy gleichgesetzt, dessen Gebeine 1062 nach Köln gebracht worden sind und nun dort verehrt werden. Der Tag der Übertragung dieser Gebeine ist der 9. Juli, der jetzige Festtag des Bischofs Agilolf von Köln. Die Übertragung erfolgte durch Erzbischof Anno II. nach der Mariengradenkirche zu Köln. DIE AGILOLFINGER LANGOBARDENKÖNIGE: Die Langobarden ziehen aus ihrer Heimat Skandinavien um 400 in das Gebiet der unteren (südlichen) Elbe und bilden 400-500 ein erstes Reich in Pannonien, in dem sie den Ostgoten nachfolgen. 568 erfolgt die Landnahme der Langobarden in Gebietsanschluß an die Baiern im Süden in Oberitalien (Eroberung Pavias 572) mit dem Zentrum um Pavia und Ausbreitung der Besiedlung über das gesamte italienische Gebiet. Mit den Langobarden zogen auch Angehörige des germanischen Volkes der Sachsen nach Italien. Langobardenherzogtümer werden Trient, Friaul, Tuscien, Spoleto (Mittelitalien) und Benevent (Süditalien). Da fränkische Babenberger ab 906 in Salzburg die Hohenstaufer bilden (bereits vorher als Sidhardinger im Land) und die fränkischen und österreichischen Babenberger von den Agilolfingern abstammen (Kontinuität der Gebietsansprüche der Agilolfinger und Popponen in Baiern) ist die Herrschaft der Agilolfinger Könige über fast das gesamte Italien das erbrechtliche Szenario zur Übernahme Italiens in das Staufer Reich und für die spätere Übernahme Oberitaliens in das Habsburger Reich. König Agilulf 590-615: Agilulf ( 615) war in den Jahren 590-615 König der Langobarden. Er schließt einen Frieden mit den Franken und einen Waffenstillstand mit den Byzantinern, die Sizilien und das äußerste südliche Italien innehaben, während die Agilolfinger fast über das gesamte Italien herrschen. Agilulf, ursprünglich Herzog von Turin, wurde 590 als Nachfolger des Authari von den langobardischen Herzögen zu ihrem König bestimmt und im Mai 591 in Mailand gekrönt. Authari hatte kurz zuvor, am 15. Mai 589 die Tochter des bayerischen Herzogs Garibald I., Theodelinde, geheiratet, die ursprünglich für den Frankenkönig Childebert II. vorgesehen war, die aber vor den Franken zu den Langobarden nach Verona floh. In ihrer Begleitung befand sich ihr Bruder Gundoald, den Agilulf zum Herzog von Asti erhob und dessen Nachfahren die meisten langobardischen Könige bis 712 stellten. Authari stirbt 590 in Pavia; man nimmt an, dass er vergiftet wurde. Nach dem Tod Autharis heiratete die katholische Theudelinde nun Agilulf, der zwar selbst Arianer war, aber unter dem Einfluss seiner Frau die Annäherung an den katholischen Papst in Rom suchte. So gestattete er einigen vor den Langobarden geflohenen Bischöfen die Rückkehr und gab auch in Besitz genommene Kirchengüter zurück. Immerhin aber hielt man sich an die "schismatischen" Bischöfe, die infolge des Dreikapitelstreits vom Papst abgefallen waren. Der einzige Sohn Agilulfs, der Thronerbe Adaloald, wurde 603 katholisch getauft. Dem irischen Missionar Columban stellte er bereitwillig Land zur Gründung des Klosters Bobbio zur Verfügung. Monza wurde zu einer prachtvollen Sommerresidenz ausgebaut, in der ein Palast und der Dom San Giovanni Batista entstanden. Unter Agilulfs Herrschaft erholte sich Italien allmählich von den Zerstörungen der vorangegangenen Invasionen. Zwar blieb der Gegensatz zu Byzanz bestehen, gegen die mehrere Feldzüge geführt werden mussten - besonders Parma war umkämpft, Cremona und Mantua fielen an die Langobarden, Istrien wurde verwüstet - , doch hielt Agilulf auf der anderen Seite gegenüber dem Frankenreich und auch gegenüber den Awaren Frieden. Dagegen war Agilulfs Politik in Bezug auf seine Herzöge z.T. von Härte gekennzeichnet: Er ließ mehrere von ihnen, die sich gegen ihn auflehnten, hinrichten und durch eigene Vertraute ersetzen. Auch konnten die Verbindungen zum nördlichen Nachbarn Bayern ausgebaut werden. Agilulf starb 615, für den noch unmündigen Nachfolger Adaloald, den Agilulf mit einer Tochter des Frankenkönigs Theudebert II. verheiratet hatte, führte Theodelinde die Regentschaft. König Adaloald 615-626: Adaloald war in den Jahren 615-626 König der Langobarden. Adaloald war Sohn und Nachfolger von König Agilulf. Er wurde 603 katholisch getauft und später mit einer Tochter des Frankenkönigs Theudebert II. verheiratet, war aber beim Tod Agilulfs noch minderjährig, sodass seine Mutter Theudelinde die Regentschaft führte. Adaloald wurde offenbar von arianischen Gegnern seiner pro-katholischen Politik im Jahr 626 abgesetzt und ging ins byzantinische Exil. Dort wurde er ermordet. Sein Nachfolger wurde Arioald (kein Agilolfinger), der Herzog von Turin. König Aripert I. 653-661: Aripert I. (auch:Aribert) war in den Jahren 653-661 König der Langobarden. Aripert war der Sohn des Herzogs Agilolfingers Gundoald von Asti, der 616 durch einen Pfeilschuss getötet worden war. Anders als Rothari (kein Agilolfinger), sein Vorgänger, erstrebte König Aripert den Frieden mit Byzanz. Zu seinen Nachfolgern bestimmt er Godepert und Perctarit, wodurch der Adel auf den Plan geriufen wurde, dessen Zustimmung er nicht eingeholt hatte, was nach Ariperts Tod zu einer kurzfristigen Krise führte, die im Jahr darauf von Grimoald gelöst wurde, der die beiden Rivalen besiegte und selbst König wurde. König Godepert und Perctarit 661-662: Der Vorname Godepert - andere Schreibweisen: Godebert, Godipert, Gotebert, Gotbert, Gotpert, Gosbert, latinisiert Godebertus, heute aktuell eher als Gottbert - kommt vom althochdeutschen "got" für Gott und "beraht" für glänzend. Unter diesem Vornamen firmiert historisch vor allem Godepert, der 661-662 König der Langobarden war und mitunter mit dem Zusatz "von Baiern" versehen wird: Godepert war der Sohn von langobardischen Grafen und Königs Aripert I., der, ohne darüber die langobardischen Größen zu konsultieren, seine beiden Söhne Godepert und Perctarit zu gleichberechtigten Nachfolgern ernannte. Nach Ariperts Tod machte sich allgemeine Unzufriedenheit breit, zum einen im Adel, der auf seine Mitwirkung bei der Königswahl pochte, zum anderen zwischen den beiden Brüdern, die sich mit Misstrauen begegneten. Godepert war dabei bestrebt, die Unterstützug des Herzogs von Benevent, Grimoald, zu gewinnen, dem er seine Schwester zur Frau gab. Grimoald sah dadurch die Gelegenheit gegeben, die Situation für sich auszunutzen. Er marschierte mit seinen Truppen nach Norditalien und ermordete Godepert. Perctarit floh vor diesem mächtigen Gegner ins Ausland und Grimoald ließ sich vom langobardischen Adel die Königswürde bestätigen. Er gilt als Vater von Raginpert I., Herzog von Turin und später Langobardenkönig König Perctarit 671-688: Perctarit war in den Jahren 661-662 und 671-688 König der Langobarden. Perctarit war ein Sohn von König Aripert I., der, ohne darüber die langobardischen Großen zu konsultieren, seine beiden Söhne Godepert und Perctarit zu gleichberechtigten Nachfolgern ernannte. Nach Ariperts Tod machte sich allgemeine Unzufriedenheit breit, vor allem im Adel, der auf seine Mitwirkung bei der Königswahl pochte. Godepert bat den Herzog von Benevent, Grimoald um Unterstützung, der allerdings die Situation für sich ausnutzte, mit seinen Truppen nach Norditalien marschierte und Godepert ermordete. Angesichts dieses mächtigen Gegners floh Perctarit ins Ausland zu den Awaren. Damit war die Herrschaft des Nachfolgers Grimoald unangefochten, der sein Königtum durch den Adel bestätigen ließ. Nach einer Weile wagte Perctarit die Rückkehr nach Italien, wo Grimoald ihm eine Abfindung und ein stattliches Haus anbot. Perctarit vernutete allerdings, dass Grimoald ihn beseitigen wollte und flüchtete erneut, diesmal ins Frankenreich. Im Jahr 671, nachdem Grimoald gestorben war, gelang Perctarit die Rückkehr auf den Thron. Garibald, der Sohn des Grimoald, den dieser als seinen Nachfolger eingesetzt hatte, wurde vom Thron gestoßen; eine Volksversammlung wählte Perctarit einstimmig zum König. In seiner zweiten Amtszeit suchte er vor allem den Ausgleich mit Byzanz, sodass diese Jahre relativ friedlich verliefen. Er starb 688, sein Nachfolger wurde Cunincpert. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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