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FORTSETZUNG der ÖSTERREICHISCHEN BABENBERGER: Markgraf und Herzog HEINRICH II. Jasomirgot (geboren 1107; 13. Januar 1177 in Wien) war Pfalzgraf bei Rhein 1140-1141, Markgraf von Österreich 1141-1156, Herzog von Bayern 1143-1156, Herzog von Österreich 1156-1177 aus dem Geschlecht der Babenberger. Herzog von Bayern, Herzog von Österreich, Pfalzgraf bei Rhein Leopolds Bruder Heinrich (sein Spitznamen "Jasomirgott" kommt angeblich daher, das Heinrich bei all seinen Entscheidungen den Satz "Ja so mir Gott helfe..." gesagt haben soll) wurde 1140 Pfalzgraf bei Rhein und nach Leopolds Tod 1141 Markgraf von Österreich. Nach seiner Heirat mit Gertrude, der Witwe Heinrichs des Stolzen wurde er 1143 mit dem Herzogtum Bayern belehnt und trat von seinem Amt als Pfalzgraf zurück. 1147 nahm er am Kreuzzug teil und nach seiner Rückkehr verzichtete er auf Betreiben des neuen Königs Friedrich I. auf Bayern. Als Ersatz dafür wurde Österreich, dessen Hauptstadt 1146 nach Wien verlegt worden war, zu einem Herzogtum erhoben (Privilegium Minus. 1156). Im Jahr 1155 machte Heinrich Jasomirgott Wien zu seiner Hauptstadt. Im Jahre 1156 wurde Wien zum Sitz des neuen Herzogtums. Als Sohn Markgraf Leopolds III. bekleidete er zunächst die Position eines Pfalzgrafen bei Rhein, bis er nach dem überraschenden Tod seines Bruders Leopold IV. Herzog von Bayern und Markgraf von Österreich wurde. Im Zuge des welfisch-staufischen Konflikts war dem Welfen Heinrich dem Stolzen vom Kaiser das Herzogtum Bayern entzogen und an die Babenberger weitergegeben worden. Der neue Kaiser Friedrich I. versuchte nun einen Ausgleich mit den Welfen zu finden und belehnte 1156 Heinrich des Stolzen Sohn Heinrich den Löwen mit Bayern. Nun musste für den Babenberger ein Ersatz gefunden werden: dieser "Trostpreis" war das Privilegium Minus, durch das Österreich ein von Bayern unabhängiges selbständiges Herzogtum wurde. Anders als sein Vater, der meist in Klosterneuburg regierte, erhob er 1145 Wien zu seiner Residenz. Erst durch diesen Akt konnte Wien Städte wie Krems, Melk oder Klosterneuburg überflügeln und blieb seither ununterbrochen die Hauptstadt des Landes. 1147 wurde auch der Stephansdom fertiggestellt als sichtbares Zeichen der neuen Bedeutung der Stadt. 1155 stiftete er auch das Schottenkloster in Wien, in dessen Hof heute eine Statue von ihm steht. Verheiratet war er seit dem 1. Mai 1142 bis 1143 mit Gertrud, der einzigen Tochter Kaiser Lothars III., ab 1148 mit Theodora Komnena, einer Nichte des byzantinischen Kaisers Manuel I.. Beide Ehen sprechen für die Bedeutung, die das Geschlecht der Babenberger in Mitteleuropa zu jener Zeit hatte. Die Ehe mit der byzantinischen Prinzessin war die Einleitung zum Weg der Babenberger zum Kaisertitel von Byzanz (Oströmisches Imperium). Sein Bruder, Otto von Freising, war Bischof von Freising und bedeutender Chronist. Der Beiname Jasomirgott kam im 13. Jahrhundert in der Form Jochsamergott auf, die Bedeutung ist unklar. Man nimmt an, dass es sich um die Verballhornung eines arabischen Wortes handelt, und bringt es mit seiner Teilnahme am 2. Kreuzzug 1146 in Verbindung. Eine populäre Legende will wissen, dass es sich von einer Schwurformel "Ja so mir Gott helfe" herleite. Herzog LEOPOLD V., der Tugendreiche, Herzog von Österreich und Steiermark (1177-1194) (geboren 1157; 31. Dezember 1194 in Graz) war Herzog von Österreich 1177-1194 und der Steiermark 1192-1194 aus dem Geschlecht der Babenberger. Der zweite Herzog war Heinrichs Sohn Leopold V., der ihm 1177 nachfolgte und an den Kreuzzügen von 1182 und 1190 teilnahm. In Palästina geriet er mit König Richard Löwenherz in Streit, nahm ihn auf dessen Heimreise gefangen und übergab ihn Kaiser Heirich V. Die Ereignisse nach dem Dritten Kreuzzug, in deren Verlauf der englische König Richard Löwenherz von Markgraf Leopold V. (dem Tugendreichen) zwei Tage vor Weihnachten 1192 in Erdberg bei Wien gefangen genommen wurde brachten ein enormes Lösegeld von 50.000 Mark Silber (etwa 10-12 Tonnen Silber, ein Drittel der Forderungen des Kaisers an die Engländer; Richard wurde im März 1193 an den Kaiser ausgeliefert. Damit wurde in Wien eine Münzprägestätte eingerichtet und um das Jahr 1200 die Wiener Stadtmauer gebaut. Leopold erweiterte die Territorien der Babenberger durch den Erwerb der Steiermark nach dem Testament seines Verwandten Ottokar IV. Leopold war der Sohn von Heinrich II. Jasomirgott und seiner byzantinischen Frau Theodora Komnena sowie der Vater von Friedrich I. und Leopold VI.. Hauptsächlich erinnert wird seiner für die Teilnahme am Dritten Kreuzzug, wo er sich nach einigen Quellen in Akkon, nach anderen jedoch in Askalon mit dem englischen König Richard Löwenherz zerstritt. Auf der Heimreise nach England 1192 musste der König aufgrund widriger Umstände in Wien Station machen, wo er prompt (der Legende nach an seinem Siegelring) erkannt und im Vorort Erdberg (heute zu Wien-Landstraße) verhaftet wurde. Eine zeitlang war der König in Dürnstein interniert, dann wurde er an Kaiser Heinrich VI. ausgeliefert. Das immense Lösegeld von sechstausend Eimern (!) Silber, das entspricht 100.000 Mark Silber bzw. Überlieferungen zufolge 25 Tonnen Silber(!), wurde zur Gründung der Münze in Wien, für den Bau einer neuen und stark erweiterten Stadtmauer für Wien und der Gründung der Stadt Wiener Neustadt investiert. Dafür handelte sich der Herzog einer Legende zufolge die Exkommunikation und das Interdikt seiner Länder durch Papst Coelestin III. ein. Diese wurde scheinbar aber nicht veröffentlicht. Der Papst ließ durch den Bischof von Verona Bedingungen stellen, unter denen die Exkommunikation wieder aufgehoben werden sollte. Zu diesen gehörte die Freilassung von englischen Geiseln, die Rückgabe des Lösegeldes und der Herzog sollte mit seinen Leuten alsbald in das Heilige Land ziehen. Dort sollte er so lange im Dienst der Kirche kämpfen, als König Richard in Gefangenschaft war. Aber auch eine zweite Legende spinnt sich um Leopold: Sein weißer Waffenrock soll in der Belagerung von Akkon rot von Blut gewesen sein. Als er seinen breiten Gürtel abnahm, war ein weißer Streifen zu erkennen. So soll die Flagge Österreichs entstanden sein. Caesarea: Die alte phönikische Siedlung in Palästina wurde zu Ehren des Augustus Kaisareia (heute el Kaisarije) genannt und zu einer bedeutenden Hafenstadt für den Handel zwischen Syrien und Ägypten ausgebaut. Um 640 wurde Caesarea von den Arabern erobert, 1102 von den Kreuzfahrern unter Balduin I. eingenommen und für kurze lateinisches Erzbistum. 1187, nach dem Sieg Saladins bei Hattin, eroberten die Sarazenen den Hafen zurück, der 1228 wieder in die Hände der Kreuzritter gelangte. Umfangreiche Befestigungsanlagen wurden nach 1250 errichtet, aber bereits 1265 wurde Caesarea von Sultan Baibars endgültig zerstört (Lexikon des Mittelalters: Band II Spalte 1360). Herzog Leopold VI. eroberte Caesarea und baute es mit seinen Truppen 1182/1190 wieder auf. Am 17. August 1186 wurde die Georgenberger Handfeste ausgehandelt, durch die nach dem Erbfall 1192 die Steiermark und zentrale Teile Oberösterreichs mit Österreich verbunden wurden. Dies war der erste Schritt zur Schaffung des Länderkomplexes Österreich. Die Bedingungen zur Aufhebung der Exkommunikation waren noch nicht erfüllt, weder Geiseln noch das Lösegeld waren übergeben, doch mit den Vorbereitungen zur Kreuzfahrt war aber schon begonnen, als Herzog Leopold während eines Turniers vom Pferd stürzte und einen offenen Beinbruch erlitt. Gleich darauf versprach er dem Pfarrer von Hartberg, dass er im Falle seiner Genesung die vorgegebenen Bedingungen zur Aufhebung der Exkommunikation erfüllen wolle. Kurz darauf erklärte er auch Erzbischof Adalbert II. von Salzburg seine Unterwerfung unter die Bedingungen des Papstes. So wurde die Exkommunikation durch Erzbischof Adalbert II. wieder aufgehoben. Bald darauf starb Herzog Leopold am 31. Dezember 1194 in Graz an den Folgen seines Sturzes. Er wurde im Kapitelhaus des Stifts Heiligenkreuz kirchlich beigesetzt. Herzog FRIEDRICH von Österreich, Herzog von Österreich (1194-1198) Österreich fiel an Leopold, des V. Sohn, Friedrich Leopold war der jüngere Sohn des Herzogs Leopold V.. Entgegen den Bestimmungen der Georgenberger Handfeste wurde nach dem Tod Leopolds V. die Herrschaft geteilt: Leopolds älterer Bruder Friedrich I. erhielt Österreich (im heutigen Sprachgebrauch Nieder- und Oberösterreich), während Leopold selbst die Steiermark übernahm. Die beiden Herzogtümer wurden wiedervereinigt, als Friedrich nach nur vier Jahren überraschend starb. Herzog LEOPOLD VI., der Glorreiche, Herzog von Österreich und Steiermark (1198-1230) (geboren 1176; 28. Juli 1230 in San Germano) stammte aus dem Geschlecht der Babenberger. Er war Herzog von Österreich 1198-1230 und der Steiermark 1194-1230. Leopold VI. nahm an zwei Kreuzzügen teil (am Albigenserkreuzzug 1212 und am gescheiterten Kreuzzug 1217-1221) und versuchte ebenso wie seine Vorgänger, durch die Gründung neuer Klöster das Land zu erschließen. Seine bekannteste Gründung ist Lilienfeld im niederösterreichischen Tal der Traisen, wo er auch begraben liegt. Daneben begünstigte er aber auch die damals hochmodernen Orden (Franziskaner, Dominikaner). In dieselbe Richtung geht die Gründung neuer Städte und die Verleihung von Stadtrechten (1212 Enns, 1221 Wien, das unter ihm auch eine bedeutende Erweiterung erfuhr und seine Fläche mehr als verdoppelte). Unter ihm begannen die ersten Ausläufer der Gotik Österreich zu erreichen - die Capella Speciosa in seiner zeitweiligen Residenz Klosterneuburg gilt als erstes gotisch beeinflusstes Bauwerk im Donauraum - heute steht eine Rekonstruktion davon im Schlosspark von Laxenburg. Die Gotik erhielt im Hochmittelalter schließlich einen eigenen gotischen Stil aus dem Haus Babenberg, einen gotischen Stil mit Arabesken, der sich bis nach Südfrankreich ausbreitete. Unter ihm erreichte das Österreich der Babenberger den Zenit seines Ansehens, seine Ehe mit der byzantinischen Prinzessin Theodora Angeloi gibt davon Zeugnis, ebenso wie sein Vermittlungsversuch zwischen dem Kaiser Friedrich II. und dem Papst, während dem er 1230 in Italien starb. Er hatte sieben Kinder, unter anderen die Töchter Margarethe von Babenberg und Constantia von Österreich. Bekannt ist sein Hof als Zentrum des Minnesangs, hier wirkten unter anderem Walther von der Vogelweide, Neidhart von Reuental und Ulrich von Liechtenstein. Auch das Nibelungenlied wurde möglicherweise hier geschrieben. Die Steiermark fiel an Leopold, des V. zweiten Sohn, Leopold. Nach Friedrichs Tod 1198 wurden sie von Herzog Leopold VI. "dem Glorreichen" wieder vereinigt. Der neue Herzog kämpfte in Spanien, Ägypten und Palästina gegen die Muslime, wird heute aber mehr als Gesetzgeber, Förderer der Literatur und Stadtgründer geschätzt. Unter ihm wurde Wien ein Zentrum der Kultur in Deutschland und der großen Schule der Minnesänger. 1221 bekam Wien das Stadt- und Stapelrecht von Herzog Leopold VI. verliehen. Letzteres bedeutete, dass Kaufleute, die durch Wien zogen, in der Stadt ihre Waren zum Verkauf anbieten mussten. Dies ermöglichte den Wienern den Zwischenhandel, so dass Wien bald weitreichende Handelsbeziehungen, insbesondere entlang der Donaustraße und nach Venedig, unterhielt und als eine der bedeutendsten Städte des Reichsgebiets galt. Umso schmerzlicher wurde mehr und mehr empfunden, dass Wien keinen eigenen Bischof hatte: es gehörte zur Zuständigkeit Passaus. Wahrscheinlich gründete Herzog Leopold VI. oder sein Sohn bereits die Universität Wien (darauf läßt das Babenberger Stempelwappen der Universität schließen). Er starb 1230 in San Germano, wohin er gegangen war, um zwischen Kaiser Friedrich II. und Papst Gregor IX. Frieden zu stiften. Constantia von Österreich (geboren 1212; 5. Juni 1243) war die Tochter Leopolds VI. von Österreich. Sie wurde am 1. Mai 1234 mit Heinrich den Erlauchten, Markgrafen von Meißen verheiratet. Die Hochzeit fand bei Wien und nicht in der alten Hofburg statt. Es wird vermtuted, daß der Umbau der Hofburg noch nicht vertiggestellt, oder sie zu klein war. Über die Hochzeit selbst geben 3 Quellen Auskunft. Zwei von ihnen berichten, dass die Hochzeit in campo inuxta Stadelowe, also Stadlau, stattgefunden habe. Die dritte Quelle berichtet von der Hochzeit in aput Ringlinse welches abgekommen ist und anstatt des heutigen Floridsdorf verwendet wurde. Die beiden Quellen die Stadlau angeben vermelden auch die zur Hochzeit erschienenen Gäste. Anwesend waren die Könige von Ungarn und Böhmen, der Erzbischof von Salzburg, die Bischöfe von Passau, Bamberg, Freising und Seckau. Vom weltlichen Adel waren auch noch der Markgraf von Mähren, die Herzöge von Sachsen und Kärnten und der Landgraf von Thüringen anwesend. Die Liste dieser Gäste läßt auf die große Bedeutung des babenbergischen Herzogs schließen. Ihre Söhne mit Heinrich waren Albrecht der Entartete und Dietrich von Landsberg. Herzog und König FRIEDRICH II., der Streitbare Der Sohn Leopolds, VI., Friedrich II. folgte ihm als Herzog und bekam den Beinamen "der Streitbare" durch andauernde Kämpfe mit den Königen von Ungarn und Böhmen sowie mit dem Kaiser. Er war sehr beliebt bei seinem Volk, befreite Wien, das durch das Einwirken des Kaisers freie Reichsstadt geworden war und damit zum Deutschen Reich zählte und schloß es wieder an Österreich an. 1236 kam er deshalb unter Reichsacht. Nach der Exkommunikation des Kaisers verhandelte er erfolgreich mit Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen um die Erhebung Österreichs zu einem Königreich. Die Abschrift der Erhebungsurkunde Österreichs zum Königtum ist vorhanden.Von Herzog und König Friedrich II. weiß man, dass er darüber verhandelte, in Wien ein Bistum zu errichten. Als König Friedrich II. von Babenberg die Grenzen gegen die umliegenden Länder aufgrund der aufkommenden Pest schießen wollte, befürchteten Nachbarländer, wie das Patriarchat von Aquileia, das Ende des Fernhandels und fielen in Österreich ein. König Friedrich II. fiel 1246 auf dem Schlachtfeld. Die Richtigkeit des Vorgehens von König Friedrich II. gegen die Pest-Pandemie durch eine landesweite Quarantäne zeigte sich im Jahr 1348, als die Pest erstmals die Linie Nöstach - Alland - Preßbaum - Greifenstein in Österreich erreichte und die ansässige Bevölkerung in ihrer Zahl halbierte. Ein 10 - 20 km breiter Streifen westlich dieser Linie war mindestens bis 1400 weiterhin unbewohnt. Die Seuche war um 1330 in Zentralasien ausgebrochen und breitete sich entlang der Handelswege auch Richtung Europa aus. 1347 erreichte sie das an der Krim gelegene Kaffa. Kaffa, das heutige Feodosija, war als genuesische Handelsstadt eng in das Handelsnetz der Genueser eingebunden, das sich über den gesamten Mittelmeerraum erstreckte. Von Schiffen verbreitet erreichte die Krankheit noch im selben Jahr die Küstenstädte Konstantinopel, Kairo sowie das sizilianische Messina. Im März 1348 hatte die Epidemie über den Landweg bereits Toulouse erreicht, im Mai erkrankten die ersten Opfer in Paris, im August starben die ersten in Avignon an der Pest. Deutschland, Norwegen, Schweden und Irland wurden 1349 von der Pest erreicht. In Florenz starben vier Fünftel der Einwohnerschaft. Man schätzt, dass etwa 20 bis 25 Millionen Menschen, rund ein Drittel der damaligen Bevölkerung Europas, durch den Schwarzen Tod umkamen. Über die Anzahl der Opfer in Asien und Afrika liegen keine seriösen Angaben vor. Eine Unterbrechung der Ausbreitungswege der Pandemie durch staatliche Quarantäne auf dem Einfallsweg der Pest aus dem Osten, wie dies König Friedrich II. versucht hatte, hätte ein Drittel der Einwohner Europas vor dem Pesttod gerettet. Der Erfolg durch strikte Quarantäne und Einstellung des Handels zeigte sich in den Gebieten um Mailand und um Brügge sowie in Polen, wo sich die Pest nur gering oder gar nicht ausbreitete. In den, die Quarantäne ablehnenden Staaten rund um Österreich starb mehr als ein Drittel der Bevölkerung. König LEOPOLD VII. Luitpaldus von Plumenowe Der erstgeborene Sohn Leopolds VI., die Primogenitur der Babenberger und rechtlichen Erben Österreichs und der Steiermark, ging mit seinen Söhnen nach Byzanz, da die Babenberger dort im Begriff waren, das Kaisertum von Byzanz zu übernehmen, welches mit dem ersten Palaiologos auf dem byzantinischen Thron, Kaiser Michael VIII. gelang. Dieser eroberte 1261 Konstantinopel für Byzanz zurück und führte eine zunächst erfolgreiche Wiedervereinigung zwischen der katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche des Ostens durch, die sich im Jahr 1054 (Schisma) getrennt hatten. Mit der Primogenitur in Byzanz konnte die Rechtsnachfolge der Primogenitur der Babenberger (das gleiche galt für das Kaisertum der Hohenstaufer) nicht rechtlich erlöschen, weshalb die byzantinischen Kaiser aus Byzanz entsprechende Titel weiterführten. Königin MARGARETE I. von Österreich, auch Margareta von Österreich (von 1204 (1205) bis 1266 auf der Burg Krumau am Kamp), Königin von Böhmen bis 1261, war die Ehefrau des deutschen Thronfolgers Heinrich VII. und erste Ehefrau des böhmischen Königs P?emysl Ottokar II. Margarete von Österreich, geboren 1204/05 oder 1210/11 (die Untersuchung der Gebeine ergab 1974 ein jüngeres Alter), 29. 10. 1266 Krumau am Kamp (Niederösterreich), Babenbergerin, älteste Tochter von Leopold VI., Schwester von Herzog Friedrich II. Heiratete 1225 den Staufer Heinrich (VII.), den Sohn Kaiser Friedrichs II. Nach dessen Tod 1242 wurde sie in Würzburg Dominikanerin, kehrte 1246 zum Antritt ihres Erbes nach Österreich zurück, heiratete 1252 P?emysl Ottokar II. von Böhmen, der damit seine Herrschaft in Österreich legitimierte, sich aber 1261 scheiden ließ. Von da an lebte sie in Krumau, begraben ist sie in Lilienfeld. Sie war die Tochter des österreichischen Herzogs Leopold VI. von Babenberg und Angela, Tochter des byzantinischen Kaisers. Am 29. November 1225 heiratete sie König Heinrich (VII.), den Sohn von Kaiser Friedrich II. Ihre Krönung fand am 28. März 1227 in Aachen statt. Heinrich wurde nach der fehlgeschlagenen Erhebung gegen seinen Vater 1235 gefangen gesetzt und starb 1242; Margarete begab sich daraufhin nach Würzburg, wo sie in Abgeschiedenheit im Markuskloster lebte. Nach dem Tod ihres Bruders Friedrichs II. in der Schlacht an der Leitha versuchte ab 1246 ihre Erbansprüche gegenüber ihrer Nichte Gertrud auf die Herzogtümer Österreich und Steiermark durchzusetzen. König Wenzel I. von Böhmen wollte diese Herzogtümer mit seinem Erstgeborenen Vladislav durch eine Hochzeit vereinnahmen. Dieser heiratete Friedrichs Nichte Gertrud und starb ein Jahr später. Nach ihrer zweiten Heirat mit dem badischen Markgrafen Hermann und dessen Tod 1250 dauerte die herrscherlose Zeit an. Der österreichische Adel bot Ottokar II. die Herrschaft über die Herzogtümber an. Voraussetzung dafür war jedoch die Heirat mit einer Erbin. Ottokar verweigerte die Hochzeit mit der Witwe seines Bruders und ehelichte am 11. Februar 1252 Margarete in der Burgkapelle von Hainburg. Zu diesem Zeitpunkt war sie älter als ihr Schwiegervater König Wenzel I. Dabei ließ sich Ottokar die mit einer goldenen Bulle besiegelten kaiserlichen Privilegien, das Privilegium minus und dessen Bestätigung durch Kaiser Friedrich II. aus dem Jahr 1245, übergeben. Dadurch übertrug sie die Herrschaft des König- und Herzogtums Österreich und Steiermark an ihren Ehemann. Papst Innozenz IV., der zuvor schon einige Male zwischen Gertrud und Margarete die Seiten gewechselt hatte, bestätigte die rechtmäßige Übergabe am 6. Mai 1252. In einer Urkunde vom 16. Juni 1252, in der der Probstei Ardagger ihr Mautrecht gesichert wurde, nannte sie sich neben ihrem Titel Romanorum (quondam) Regina zum ersten Mal auch ducissa Austrie et Stirie ac marchionissa Moravie. 1260 bezeichnet sie sich in einer Urkunde als domina regni Bohemie, als Königin von Böhmen. Als 50-jährige war sie aber außerstande mit ihm Erben zu zeugen. Ottokar versuchte über den Papst den unehelichen Sohn, den er mit einer von Margarethes Zofen hatte, als rechtmäßigen Nachfolger einzusetzen. Nachdem der Papst dies verweigerte, trennte sich Ottokar 1261 von Margarethe. Sie ging nach Krumau am Kamp zurück und verbrachte die Winter in Krems. In Krumau bestätigte sie Urkunden ihres Bruders Friedrich und König Kondrads III. und gewährte den Dörfern im Landgerichtsbezirk Pölla-Krumau die Freiheit vom Landgericht (que nostre iurisdictioni subiacent per omnes terminos de Polan quibus speciali iure dominamur). Dadurch mussten nur noch todeswürdige Verbrechen von den Amtsleuten des Klosters an den Richter ausgeliefert werden. Nach ihrer Trennung von Ottokar nannte sie sich Romanorum quondam regina, behält aber den Titel ducissa Austrie et Stirie bei. Erst 1266 urkundet sie als quondam filia Livpoldi illustris ducis Austrie et Stirie et Romanorum regina und verweist so auf ihren Vater. Aus dem Jahr 1266 stammt die letzte nachweisbare Urkunde Margaretes. Darin wird das Dorf Grafenberg aus der Pfarre Eggenburg an das Stift Lilienfeld geschenkt. Dieses Kloster hatte sie sich auch als Grabstätte ausgewählt. Der Zeitpunkt ihres Todes ist umstritten. Einige Quellen nennen 1266, während andere den 2. oder 12. Oktober 1267 belegen. Beigesetzt wurde sie ihrem Wunsch entsprechend an der Seite ihres Vaters im Stift Lilienfeld. Königin GERTRUD I. von Österreich (geboren 1226; 24. April 1288) , (nach anderen Quellen: geboren 1228, 24. April 1299), Herzogin von Mödling, Königin und Titularherzogin von Österreich 1246-1252 und 1266-1288 (1299) und Titularherzogin der Steiermark bis 1269 Sie war die Nichte Herzog Friedrichs II. des Streitbaren von Österreich, des letzten Herrschers aus dem Haus der Babenberger in Österreich. Sie war als gebürtige Babenbergerin aufgrund des Privilegium minus ebenso wie ihre Tante Margarete erbberechtigt nach dem Tod von Friedrich II. von Babenberg. Da die Primogenitur der Babenberger, die eigentlich erbberechtigt war, als Palaiologos Kaiser in Byzanz wurde, wurde das westliche Erbe den Babenbergerinnen überlassen. Eine Voraussetzung für das Erbe nach einer Hochzeit ist aber die Heirat eines Babenbergers (unter der Vielzahl von Linien, die in ihrer Abstammung oft bereits über Jahrhunderte getrennt waren), sodass das Erbe wieder von einer männlichen Babenbergerlinie geführt wurde. Die 19 jährige Gertrud sollte als futura consors nostra den Streit zwischen ihrem Onkel Herzog Friedrich II. dem Streitbaren und dem 51 jährigen, dreimal verwitweten Kaiser Friedrich II. durch eine Heiratsvereinbarung bereinigen, und gleichzeitig die Herrschaftsansprüche von König Wenzel I. , die er aufgrund einer älteren Vereinbarung mit ihrem Onkel über die Verlobung von Gertrud mit seinem erstgeborenen Sohn Vladislav von Mähren betrieb, auf Österreich erfolgreich verteidigen. Die Legende der Ablehnung der Heirat mit Kaiser Friedrich II. wird durch die vorhandene Abschrift der Ernennungsurkunde Österreichs zum Königtum widerlegt - offenbar hatte der Kaiser die Erhebung Österreichs zum Königtum letztlich nicht mehr von der Heirat abhängig gemacht. Allerdings bestand eine langjährige Verlobung mit Vladislav, sodass Gertrud im Juni 1245 nicht zur Vertragsunterzeichnung auf dem Hoftag in Verona.erschien. Wenzel wollte unbedingt die Heirat mit Vladislav erzwingen, weshalb er sogar ein Heer 1246 nach Österreich schickte, welches allerdings eine schwere Niederlage bei Staatz erlitt. Nach dem Tod Herzog Friedrichs II. von Babenberg im Jahr 1246 war jedes Hindernis beseitigt, und durch die schnell vollzogene Eheschließung Vladislavs mit Gertrud waren die- mit vielen Opfern und Rückschlägen verbundenen- Versuche der Besitzname Österreichs durch Wenzel endlich gekrönt. Per hoc Wladislaus habebat Austriae ducatum jubelte Böhmen und, gestützt auf das reiche Erbe seiner Gemahlin und auf das böhmische Erbpotential, wurde Vladislav auch schnell vom österreichischen Adel anerkannt. Gertrude war nunmehr regierende Königin von Österreich und Herzogin von Steiermark geworden. Nominell blieb sie bis 1269 Herzogin von Steiermark. Nach kurzer Krankheit ihres Gatten wurde sie aber schon bald, am 3. Januar 1247, zum ersten mal Witwe. Die nunmehr 22 jährige Ducissa Austrie verheiratete sich Mitte 1248 mit dem Markgrafen Hermann VI. von Baden, dem sie 1249 in Alland "im Gebirge" den männlichen Erben Friedrich I. von Baden gebar. Aus Freude über die glückliche Geburt schenkte sie den 30 Allander Bauern ausgedehnte Gründe, die bis heute Basis der Agrargemeinschaft der Allander Urhausbesitzer ist. Hermann konnte sich aber in Österreich gegenüber dem Adel nicht durchsetzen, weshalb sie mit den beiden Kindern Friedrich und Agnes nach Meißen in Sachsen zu ihrer Verwandtschaft zog, wo sie vom angeblichen Gifttod ihres Mannes am 4. Oktober 1250 erfuhr. Die Gunst der Kurie, und damit die Chance auf Durchsetzung ihres Herrschaftsanspruchs gegen Königin Margarete, verlor sie indem sie sich weigerte, dem Wunsch des Papstes Innozenz IV. nachzukommen, den Bruder des Gegenkönigs Wilhelm, Florens von Holland, zu heiraten. Die mittlerweile in Kahlenberg bei Wien residierende - Regina Austrie et Ducissa Stirie - Gertrud verlor durch die Heirat ihrer Tante Margarete mit P?emysl Ottokar II., dem zweitgeborenen Sohn Wenzels, den Erbfolgestreit, verbündete sie sich mit dem König von Ungarn Bela IV. und heiratete im Sommer 1252 in dritter Ehe dessen Verwandten Roman von Halicz. Da sich der- nunmehr gemeinsame- Herrschaftsanspruch als nicht durchsetzbar erwies, verließ Roman sie und ihre gemeinsame Tochter schon ein Jahr später, um nach Ungarn zurückzukehren. Herzogin Gertrud erhielt 1254 als Trostpflaster Teile der Steiermark, 400 Mark Silber jährlich, und lebte zurückgezogen in Voitsberg und Judenburg. Da aber weder sie noch ihr Sohn Friedrich bereit waren, ihren Rechtsanspruch auf die beiden Herzogtümer Steiermark und Österreich aufzugeben, ging König Ottokar II.- der nunmehr ins ungarische Königshaus einheiraten wollte, weil er mit der um 20 Jahre älteren Margarete keinen Erben erwarten konnte- ab 1262 gegen sie vor, entzog ihr 1267 diesen Besitz und 1269, ein Jahr nach dem Tod ihres Sohnes Friedrich, wurde sie verbannt und verlor auch das ihr zugewiesene Amt Windisch Feistritz. Wieder fand sie bei ihrer Familie in Meißen Zuflucht und starb schließlich im Jahr 1288 oder 1299 als Äbtissin im Klarissenkonvent Strusslitz. DIE BABENBERGER HABSBURGER: Die Babenberger führten entsprechend Titel als Byzantinische Kaiser weiter und recht bald kehrten sie zurück, um ihren Besitzanspruch, nun als Babenberger Habsburger, wieder zu verwirklichen. Sie bauten damit ein Reich auf, das das gesamte mittlere Europa umfaßte und waren Kaiser Österreichs und seiner vielen Kronländer wie auch Deutschlands zur selben Zeit; das größte Reich Europas. Als (Babenberger) Habsburger herrschten schließlich auch über Spanien und die Niederlande sowie über England (Tudors) und Frankreich (die letzten drei Bourbonenkönige) und deren Kolonien; das größte Weltreich der Geschichte. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||