DIE MEROWINGER VORFAHREN DER BABENBERGER, DIE ROBERTINER (Rupertiner):



Ab Frankenkönig Charibert I., König in Paris 561-567 (Sohn des Frankenkönigs Chlothar I., † Ende November oder Dezember 561, 511-561 König in Soissons), taucht der Name Charibert, der auch der Name des ersten Robertiner Nachfahren der Merowinger Könige und damit auch der Vorfahren der Babenberger, Hohenstaufer und Agilolfinger bei den Nachfahren der Merowinger Frankenkönige auf.

Der Poppone und fränkische Babenberger Heinrich I. (860 bezeugt, † 28. August 886 vor Paris im Kampf gegen die Normannen), der 1.Sohn des Poppo I., des Grafen von Crabbfeld wurde in derselben Grablege des Klosters St. Médard in Soissons begraben, wie der Frankenkönig Chlothar I. († Ende November oder
Dezember 561, 561 König in Soissons), der fünfte Sohn des Frankenkönigs Chlodwig, des I. (Chlodowech, geboren 466, † 27. November 511), identisch mit dem
Regentenort Soissons seines siebenten Kindes, des Frankenkönigs Chilperich I. († zwischen dem 27. September und 9. Oktober 584, König in Soissons 561-584,
(Grablege Saint-Vincent in Paris). Soissons war die Stadt (100 km nördlich von Paris), bei der die Merowinger unter König Chlodwig I. (466-511) die römischen Legionen unter Heerführer Syagrius besiegten.

Ein weiterer Hinweis der Abstammung der Babenberger von den Merowinger Frankenkönigen (über die Agilolfinger) ist die Namensgleichheit zwischen dem von Frankenkönig Chlothar I., (511-561) gegründeten Kloster Sainte-Croix (dt. Heiligenkreuz) in Poitiers und dem von den Babenbergern in Österreich gegründeten Stift Heiligenkreuz.

Mit Charibert I. (König von Neustrien), dem Namensvetter des ersten Robertiners der Babenberger Vorfahren, beginnt auch der Name Sigibert I. (König von Austrien), der den späteren Sidhardingern (den späteren Hohenstaufern des 11. Jahrhunderts) als Ursprungsname zugeschrieben wurde.

Der Name des ersten Robertiner Vorfahrens (Merowinger) der Babenberger Charibert taucht als zweites mit Charibert II. auf († 8. April 632, 628 bezeugt,
629 Unterkönig in Aquitanien (Toulouse), begraben in Saint-Romain in Blaye, Sohn Chilperich, † kurz nach seinem Vater), dem vierten Sohn des FrankenkönigsChlothar II. (geboren 584, † zwischen 18. Oktober 629 und dem 8. April 630, König der Franken 613). Zeitlich stimmt Charibert II. in etwa mit dem Robertiner Merowinger Vorfahren der Babenberger namens Charibert († vor 636) nobilis in Neustrien (weitere Söhne: Albert / Erlebert / sowie eine Tochter) überein.

Ein weiterer Hinweis ist der Name Österreichs im Lateinischen: Austria oder Austrie, dies weist auf eine Herkunft der Babenberger über das fränkische Austrien hin,
während die Merowinger (auch die Merowinger Robertiner) Vorfahren der Babenberger aus Neustrien kamen. Es ist also möglich, dass zwischen der neustrischen
Herkunft der Merowinger und der Merowinger Robertiner Vorfahren eine Phase der Vorfahren in Austrien liegt.

Zeitlich passen vor allem die folgenden beiden Herrscher zum Babenberger Vorfahren Charibert, alle drei haben aber den Nachteil, dass deren Söhne in jungen Jahren ermordet wurden (a und b):

a) Charibert II. (4. Sohn König Chlothars, des II. aus dessen zweiter Ehe) † 8. April 632, 628 bezeugt, 629 Unterkönig in Aquitanien (Toulouse), begraben in
Saint-Romain in Blaye. Zu ihm paßt jedoch nicht die Angabe, dass sein Sohn Chilperich kurz nach seinem Vater gestorben war. Daher besteht die Annahme, dass
Charibert II. mit seinem Namensvetter Charibert, dem Merowinger Robertiner identisch war, der die drei Söhne Robert I. (Chrodobertus), Albert und Erlebert hatte. Beide befanden sich im westfränkischen Neustrien (Übereinstimmung von Ort, Zeit und Name).

b) Ein hoher Franke namens Chlothar. Nach Chlothar I. (511-561) entsteht ein gewisser Namensrythmus in der Nachfolgeschaft, der lautet: Chlothar-Chilperich/Chlothar-Charibert-Chilperich, danach sollte in der Namensgebungt wieder ein Chlothar nachfolgen. Der Name Charibert taucht also zweimal, jeweils als Name des Sohnes eines Merowingers namens Chlothar auf. Dies läßt annehmen, dass auch der Vater des ersten Robertiner Merowinger Vorfahren der Babenberger Chlothar geheißen hat.
Dazu passt der Enkel von Childebert II. (bis 595) und Sohn von Theudebert II. (ältester Sohn Childeberts, des II., bis 612), Chlothar
Hierzu passt auch die Regentschaft Childeberts II., des Großvaters von Chlothar, in Austrien/Austrasien, da darauf der Rückgriff bei der Bildung der lateinischen Form von Österreich, nämlich "Austria" und "austrie terre" auf das Ostfränkische Königreich Austrien weist, während die Vorfahren des Merowinger Robertiners
Charibert und seine Nachfahren in Westfranken (in Neustrien) lokalisiert wurden. Der Bruder von Chlothar, Merowech wurde 612 jung ermordet, während über Chlothar als 1-2 jähriges Kind nichts ausgesagt wird. Es wurde daher aus dem Schicksal seines Bruders heraus nur angenommen, dass auch Chlothar demselben Mordanschlag wie Merowech (Merowech wurde von Feinden seines Vaters an einem Felsen zerschmettert) zum Opfer gefallen war. Hatte Chlothar überlebt, war sein Sohn möglicherweise Charibert, der erste Merowinger Robertiner.

c) Nach einer anderen Aussage geht die Linie zum Merowinger Robertiner Charibert über König Theuderich I., geboren 484, † Ende 533, König in Reims 511-533; erste Ehe mit Suavegotta († wohl vor 566); zweite Ehe um 517 mit einer Unbekannten, der Tochter des Sigismund (Siginus) und Königs der Burgunder.
531 eroberte er mit Chlothar I. das Königreich Thüringen. Nach dem Tod des Ostgotenkönigs Theoderich 526 verlor Burgund 532 bei Autun endgültig gegen die Franken und mußte die politische Selbstständigkeit aufgeben. Das Gesamtreich teilten die Frankenkönige Chlothar I., Childebert I. und Theudebert I. unter sich auf. Der Sohn Theuderichs, des I., König Theudebert I. (533-547) gewann die norischen Provinzen (Noricum) sowie Raetien und große Teile Venetiens für die Franken dazu. Diese Verson ist eher unwahrscheinlich, da König Theuderich I. kinderlos starb.


Die Merowinger Robertiner:

Charibert, († vor 636) nobilis in Neustrien (weitere Söhne: Albert / Erlebert / sowie eine Tochter)

Chrodobertus I. (Robert I.) nobilis in Neustrien, 8. April 630 referendarius des Königs Dagobert I.
(2. Sohn: Chrodobertus (Robert) Rat der Königin Bathilde, macht 662 Grimoald zum Hausmeier in Austrasien,
654/664 Bischof von Paris und 663/667 Bischof von Tours )

Lantbertus I. (Lambert I.) († nach 650) nobilis in Neustrien (1. Sohn des Chrodobertus I.)

Chrodobertus II. (Robert II.) nobilis in Neustrien, 653 Hausmeier des Königs Chlodwig II., 658 Kanzler des Königs Chlothar III., 2. Oktober 678 comes
palatinus (Pfalzgraf) ? Doda († vor 12. September 678)
(weitere Söhne und Töchter: Landrada (?), verheiratet mit Sigramnus, nobilis in Austrasien / unbenannte Tochter verheiratet mit Liutwin dem
Bischof von Trier, gründet 713 Mettlach / Grimbert, 691/720 comes palatinus (Pfalzgraf) von Neustrien / Rupert der
Salzburg) Bischof von Worms, 696/717 erster Abt und Bischof von Salzburg, begraben in Salzburg / Galaberge die Heilige)

Lambert II. († vor 741) comes in Neustrien und Austrasien 706/715 (Sohn des Chrodobertus II.)

Rupert I. (Robert I.) (722/757 bezeugt, † vor 764) 732 dux im Haspengau, 741/742 comes palatinus (Pfalzgraf), um 750 Graf im Oberrhein- und Wormsgau,
757 königlicher missus in Italien, verheiratet um 730 mt Williswint († nach 768), sie stiftet am 12. Juli 764 Kloster Lorsch, Erbin am
Oberrhein und von Hahnheim in Rheinhessen, Erbtochter des Grafen Adalhelm
(weitere Söhne: Anselm († 778 in Roncesvalles) comes palatinus (Pfalzgraf) / Rupert († nach 786) 779 Abt von Saint-Germain-des-Fosses /
Landrada, später Gattin des Sigram (ihr Sohn war Chrodegang († 766) Bischof von Metz, stiftet 748 Gorze) / Thurincbertus (Thüringbert)
(† nach 1. Juni 770) 767/770 mit Besitz in Lorsch (Söhne des Thurincbertus: Rutpert II. (Hruodbertus) (770 bezeugt, † 12. Juli 807) 795/807
Graf im Worms- und Oberrheingau, 795 Herr zu Dienheim, Thurincbertus 1. Ehe mit Theoderata (Tiedrada) (766/777 bezeugt, † vor 789),
Thurincbertus 2. Ehe mit Isengarde, 789 - sowie weitere Nachkommen)

Chrodegang Bischof von Metz (742-766) -6.3.766 Begraben: Gorze, Sohn des Sigram und der Landrada (Tochter von Dux Robert I.)
Das wichtigste Lebenszeugnis bietet die Geschichte der Bischöfe von Metz des Paulus Diaconus (MGH SS II, 267f.). Ihm zufolge stammte
Chrodegang aus dem Hasbengau (heute östliches Belgien), aus derselben Region wie die älteren PIPPINIDEN, und gehörte einer Familie des
"allerersten fränkischen Adels" an; der Oberrheingau-Graf Cancor, Gründer des Klosters Lorsch, war sein consanguineus. Chrodegang wuchs
am Hof Karl Martells auf und wurde dessen "Referendar"; die letzte erhaltene Urkunde des Hausmeiers hat Chrodegang rekognosziert (741).
Wohl bald danach (30. September 742?) wurde Chrodegang zum Bischof von Metz geweiht. Sein Aufstieg zum Haupt des fränkischen
Episkopats begann jedoch erst nach der Übernahme der Regierung des Gesamtreichs durch Pippin (747) mit dem Beginn der 50-er Jahre des
8. Jh. Im Auftrag des Königs und des ganzen fränkischen Adels reiste Chrodegang 753 nach Rom, um Papst Stephan II. zu den folgenreichen
Verhandlungen mit dem Franken-König und zu dessen Salbung über die Alpen zu geleiten. Im Jahr darauf zeichnete ihn der Papst mit dem
Pallium aus und verlieh ihm damit die Würde eines Erzbischofs. Auf den Synoden von Ver (755) und Compiegne (757) übte Chrodegang
einen über seinen Sprengel weit hinausreichenden Einfluß aus; auf der Synode von Attigny (762) stand er an der Spitze des gesamten
reformwilligen fränkischen Episkopats. Er darf als der Nachfolger des Bonifatius und als Fortsetzer seiner Werks bezeichnet werden (Th.
Schieffer). Eine besondere Sorge Chrodegangs galt dem Mönchtum. Bei der Gründung des berühmten Klosters Gorze (748) als eines
"Musterklosters" beabsichtigte Chrodegang unter anderem eine enge Bindung der monastischen Kommunität an den Diözesanbischof; sein
Privoleg für Gorze von 757 stellte das Verhältnis von Kloster und Bischof durch die Einführung des fränkischen Rechtsbegriffs "mundeburdis
et defensio" auf eine neue Grundlage (E. Ewig). Auch an der Gründung von Lorsch (764/65) hatte Chrodegang großen Anteil; als ersten Abt
hat er seinen Bruder Gundelannd mit einer Gruppe Gorzer Mönche dorthin entsandt. Schon 761 hatte Chrodegang Gorzer Mönche in das
rechtsrheinische Kloster Gengenbach geschickt. Von Rom ließ er die Gebeine dreier Märtyrer nach Gorze bringen; während die Reliquien des
hl. Gorgonius dort blieben, wurden die des hl. Nazarius nach Lorsch, die des hl. Nabor in das Metzer Kloster St. Avold übertragen. In allen
diesen Maßnahmen erkennt man den Aufbau eines Klosterverbandes, zu dem auch die bischöflichen Metzer Klöster St. Trond, Senons und
Neuweiler gehörten. Noch bedeutsamer ist Chrodegangs programmatische Reform des Metzer Kathedralklerus, dessen Lebensnormen er im
Sinne der "vita communis" ordnete und um 755 in einer Kanonikerregel niederlegte. Sie prägte das gemeinsame Leben in der Feier des
Gottesdienstes, in der Bindung von Arbeit und Gebet an einen gemeinsamen Lebensraum, in der Gewährung gemainsamer Nahrung und
Kleidung aus dem Kirchengut. Diese Regel wurde das Vorbild späterer Regelungen der "vita canonica"; so entstand um 1000 eine ae.
Übersetzung. Das räumliche Substrat dieser Lebensordnung war die Metzer Kathedralgruppwe, die Chrodegang ausbaute und reich
ausstattet. Ein Grundzug der Reformen Chrodegangs ist die Ausrichtung seiner Maßnahmen an dem "mons atque ordo" der römischen Kirche.
Die Kanonikerregel zeigt sie ebensowie die wohl von Chrodegang geschaffene Metzer Stationsordnung, welche die täglich wechselnden Orte
des bischöflichen Gottesdienstes festlegte. Ferner hat Chrodegang in Metz die "Romana cantilea", die liturgische Texte in ihrer römischen
Form und Vortragsweise, eingeführt. Seitdem war Metz das Zentrum der liturgischen Reform im Frankrenreich, aber auch eine Stätte der
theologischen ud wissenschaftlichen Arbeit. Durch die Maßnahmen Chrodegangs wurde Metz überhaupt zum Vorbild einer Bischofsstadt,
dessen Wirkung sich in den folgenden Jahrzehnten, zum Beispiel bei Leidrad von Lyon, bis in die Einzelheiten nachweisen läßt.

(Rupert) Cancor († nach 782) 745 Graf im Oberrheingau (Thurgau), 758 Graf im Breisgau, 775/778 Graf im
Zürichgau, 764 Mitstifter von Kloster Lorsch, verheiratet mit Angila
(Töchter: Rachilt, 776 geistlich in Lorsch / Euphemia, 776 geistlich in Lorsch)

Heim(e)rich (Heimo) (geboren am 5. Mai 795 bei Lüne an der Elbe, Sohn des Rupert Cancor), 764 Mitstifter von Kloster Lorsch, 772/782 Graf im Oberrheingau,
778 Graf im Lahngau, 784 Abt von Mosbach (Töchter: Rachilt, 776 geistlich in Lorsch / Euphemia, wohl 776 geistlich in Lorsch)

Zwei weitere bedeutende Merowinger Robertiner, die in der Zeit der Karolinger Könige wurden:
a) Odo Westfränkischer König (29.2.888-899) Herzog von Franzien 858-1.1.899 Graf von Paris La Fere-sur-Oise Begraben: St-Denis
Ältester Sohn des 866 gegen die Normannen gefallenen Grafen Robert IV. der Tapfere von Paris aus seiner 2. Ehe mit der Adelheid von
Tours, Tochter von Graf Hugo
Der Graf von Paris Odo, dessen unerschrockener Kampfesmut an seinen Vater Robert den Tapferen gemahnte, zeichnet sich 885 bei der
Abwehr der Normannen vor Paris aus. Kaiser KARL III. verhalf dem ROBERTINER Odo zum weiteren Durchbruch, als er ihm zur
Grafschaft Paris 886 nach dem Tode Hugos des Abtes auch noch dessen hinterlassene Hoheitsrechte in Neustrien und an der Loire hinzugab.
Nach der Absetzung Kaiser KARLS III. nutzte in West-Franken der ROBERTINER Odo seine überlegene Machtstellung von der Seine bis
zur Loire wie auch seinen frischen Kriegsruhm als Verteidiger von Paris, um Ende Februar oder Anfang März in Compiegne die Krone zu
nehmen.
b) Robert I. von Neustrien König von Frankreich (922-923) Herzog von Franzien Graf von Paris postum 866-15.6.923 bei Soissons
2. Sohn des 866 gegen die Normannen gefallenen Grafen Robert der Tapfere von Paris aus seiner 2. Ehe mit der Adelheid von Tours,
Tochter von Graf Hugo
Er war von König Odo nachdrücklich gefördert worden und wurde 893 marchio, Inhaber mehrerer Grafschaften, Laienabt von St-Martin
[Tours], St-Denis, St-Germain-des-Pres, Notre-Dame de Morienval, St-Amand.
Sein gutes Verhältnis zum König nutzte er 914 für eine Nachfolgeregelung zugunsten seines Sohnes Hugo Magnus, die die Kontinuität
merowingisch-robertinischer Herrschaft in West-Franken gewährleistete.
Der Merowinger Robertiner Robert wurde nach militärischen Auseinandersetzungen von einer Adelsopposition am 29. Juni 922 in Reims
gegen den Karolinger Karl zum König gewählt und einen Tag später durch Erzbischof Walter von Sens in St-Remi (Reims) gekrönt. Das
robertinische Königtum stützte sich hauptsächlich auf Roberts Macht in Neustrien und der Francia.
Kurz danach fand Robert I. in einer Schlacht gegen das Heer Karls III. den Tod.

Nachkommen des Heim(e)rich: Fränkische Babenberger



DIE FRÄNKISCHEN BABENBERGER:



Heim(e)rich (Heimo), † 5. Mai 795 bei Lüne an der Elbe, 764 Mitstifter von Kloster Lorsch, um 771/785 Graf in der Wetterau, 772/782 Graf im Oberrheingau,
777 Graf im Saalgau, 778 Graf im Lahngau, 784 Abt von Mosbach – Vorfahren siehe Robertiner der Merowinger
(weiterer Sohn: Ruadbert (Robert), † wohl 805, Graf 780/781 (Söhne des Ruadbert: Cancor, Graf 812 / Ruadbert (Robert), 817 Graf im
Saalgau, Oberrheingau und Wormsgau))

Heimerich (Heinrich), Graf 750/802-812; ? Hadaburg (2. Sohn: Heimerich, † 836, Graf (dessen Sohn: Ratolf, 838 Graf im Crabbfeld, 874 Graf (Dux) der
Sorbenmark ))

Poppo I., 819/839 Graf im Saalgau, Graf von Crabbfeld, möglicherweise mit einer Luitpoldingerin verheiratet (die Luitpoldinger wuren Herzöge von Bayern und
Kärnten), Poppo I. war im frühen 9. Jahrhundert Graf von Crabbfeld, in der Gegend des heutigen Hessen und Thüringen.

Poppo II., (2. Sohn des Poppo I., des Grafen von Crabbfeld) 878/880-906 bezeugt, Markgraf (marchio), dux, 880-892 Markgraf der Sorbenmark,
903 Markgraf im bayerischen Nordgau, 906 Graf im Volkfeld, Markgraf von Thüringen von 880 bis 892
Poppo II. wurde vom ostfränkischen Karolinger König Arnulf von Kärnten zunächst seines Amtes enthoben. Die Familie
wurde von Kaiser Karl dem Dicken bevorzugt. Arnulf änderte jedoch diese Leitlinie und gab den Konradinern den Vorzug,
die mit seiner Frau Oda verwandt waren. Bei seiner Absetzung 892 wurde er als „dux Thuringorum“, Herzog der Thüringer,
genannt.
Er war der jüngere Sohn des Grafen Poppo (I.) im Saalgau und der Bruder des princeps militiae und dux Austrasiorum Heinrich,
des Heerführers Kaiser Karls III. und damit einer der wichtigsten Angehörigen der Familie der älteren oder fränkischen
Babenberger, die eine der wesentlichen Stützen Karls des Dicken war und damit im Gegensatz zu Karls Nachfolger Arnulf von
880 – nachdem sein Bruder Heinrich in den Dienst des Königs getreten war – wird er nach einem Sieg über die Sorben als
comes et dux Sorabici limes erwähnt (Annales Fuldenses), als Graf und Herzog der Sorbenmark, als der er von Karl dem
Dicken eingesetzt worden war. Er hatte sich mit dem Grafen Egino um die Herrschaft in Thüringen auseinander zu setzen, einen
Kampf, den er zwar verlor, was ihn aber – vermutlich aufgrund des Eingreifens Karls des Dicken, auf jeden Fall aber, weil Egino
sich ab 885 als Graf im Badanachgau anderen Aufgaben widmete – nicht seine Stellung dort kostete.
Im Jahr 892 wurde er von Karls Nachfolger Arnulf von Kärnten wegen Untreue angeklagt und deshalb von seinen Aufgaben in
Thüringen entbunden (und dabei von Regino von Prüm als dux Thuringorum bezeichnet). Arnulf nutzte die Gelegenheit, in
Thüringen seinen Verwandten und Verbündeten, den Konradiner Konrad der Ältere zu installieren, was einer seiner Schritte zur
vorübergehenden Entmachtung der Babenberger war und mittelbar die Babenberger Fehde gegen die Konradiner (902-906)
auslöste, an der sich Poppo jedoch offenbar nicht beteiligte. Die im Zusammenhang mit dem Prozess konfiszierten Güter erhielt
Poppo im Jahr 899 zurück.

(Söhne und Tochter des Poppo II.: Adalbert, 898/915 Graf im Crabbfeld / Poppo (III.), † 945, Graf im Crabbfeld und
Tullifeld / Tochter; verheiratet mit Graf Wilhelm, wohl Wilhelm I. Graf von Weimar-Orlamünde)
(Söhne des Poppo III: Poppo (IV.), Graf 951/956 / Otto (I.), Graf 951/955-982)
(Sohn des Otto I.: Otto II., Graf 999/1008)
(Söhne des Otto II.: Poppo V., 1006-1014/18 Abt von Lorsch und Fulda / Otto III., Graf 1031/49)
(Söhne des Otto III.: Poppo I., † 7. August 1078 in der Schlacht bei Mellrichstadt, Graf von Henneberg 1037, 1049,
1057; verheiratet mit Hildegard von Thüringen, Tochter des Landgrafen Ludwig der Bärtige, heiratete in 2. Ehe Thimo von
Nordeck (Ludowinger) / Godebold I., † nach 1100, 1057 Burggraf von Würzburg))
(Sohn des Godebold I.: Godebold II, † 1144, Burggraf von Würzburg)
(Söhne des Godebold II.: Poppo II., † 9. Mai/18. Juni 1155/1156, Graf von Henneberg, 1132 Vogt von Kloster Lorsch; ?
Irmgard von Stade, Tochter des Grafen Lothar Udo, Markgraf der Nordmark (Udonen) / Gebhard, † 17. März 1159,
1122/27 Elekt, 1150 Bischof von Würzburg / Günther, † 1161, 1146 Bischof von Speyer / Berthold, † 1157, Burggraf von
Würzburg - Nachkommen Grafen von Henneberg)

Heinrich I. (1. Sohn des Poppo I., des Grafen von Crabbfeld), 860 bezeugt, † 28. August 886 vor Paris im Kampf gegen die Normannen, 866 princeps
militiae Ludwigs des Jüngeren und Karl des Dicken, Markgraf der Franken (Marcio Francorum), Herzog der Austrasier (Dux
Austrasiorum), des Gebiets von Mitteldeutschland, verheiratet mit einer Adeligen aus Friaul, begraben im Kloster
St. Médard in Soissons (identische Grablege wie die des Königs Chlothar I., † Ende November oder Dezember 561,
561 König in Soissons, begraben in der Kirche Saint-Médard in Soissons)

Ebenso wie sein Vater war Heinrich ein erklärter Gegner des Königs Ludwig der Deutsche (840-876), und war in die
Verschwörung um Ludwig verwickelt, die ab dem Jahr 861 im östlichen Franken und in Bayern so unkoordiniert für Aufruhr
sorgte, dass der König seine Gegner nacheinander unterwerfen konnte.
Im Jahr 880 war Heinrich der Befehlshaber des Heeres, das gegen den elsässischen Herzog Hugo, den Sohn Lothars II. zog.
Seine wichtigste Aufgabe war jedoch die Bekämpfung der Normannen. 884 stand er an er Spitze des Heeres, das in Sachsen
gegen die Normannen verteidigte, im Jahr darauf beendete er die Herrschaft der Normannen in Friesland. Im gleichen Jahr griff
er zugunsten seines Bruders Poppo II. im Streit um das Amt des thüringischen Herzogs ein.
Ein Jahre später, 886, wieder im Einsatz gegen die Normannen, diesmal in Neustrien als dortiger Militärbefehlshaber Karls III.,
geriet er bei der Belagerung von Paris durch die Normannen, die er aufheben sollte, in einen Hinterhalt: Heinrichs Pferd stürzte
bei einem Erkundungsritt, den er von Quierzy an der Oise gestartet hatte, in eine normannische Fallgrube, der Reiter zu Boden,
woraufhin er von den hervorbrechenden Normannen erschlagen wurde. Heinrich war der Vater der drei in der Babenberger
24. Dezember 903; die seit etwa 869/870 mit Otto dem Erlauchten, Herzog von Sachsen,
(Liudolfinger) verheiratet war, war der princeps militiae Heinrich der Großvater des deutschen Königs Heinrich I. und
derjenige, der den eigentlich robertinischen Namen Heinrich in den ostfränkischen Adel einbrachte.
Die drei Söhne von Herzog Heinrich I. benannten ihre Burg Babenberg am Obermain nach ihrem Namen, in deren Umgebung
ihre Besitzungen lagen. Die Stadt Bamberg wuchs um den Stammsitz der Familie und war eine Gründung der Babenberger.
Im Jahre 902 wurde zum ersten Mal ein "Castrum Babenberch" auf dem heutigen Domberg von Bamberg genannt. Es gehörte
dem ostfränkischen Geschlecht der Babenberger.

(weitere Söhne und Tochter: Adalbert, hingerichtet 9. Juni 906, Graf 888 / Adalhard, hingerichtet 902, Graf 888, / Hadui(ch),
† 24. Dezember 903; verheiratet um 869/870 mit Otto dem Erlauchten (Liudolfinger), Herzog von Sachsen, † 30. November
des Jahres 912)

Adalbert (Poppone) (854-9. September 906 bei Haßfurt) war einer der bedeutendsten Vertreter im Kampf zwischen den
Babenbergern und den Konradinern um die Vorherrschaft in Rhein- und Mainfranken (Babenberger Fehde).
Die Babenberger Fehde gegen die Konradiner im mittleren Maingebiet erreichte seinen Höhepunkt Anfang des
10. Jahrhunderts während der unruhigen Regierungszeit des Ostfrankenkönigs Ludwig IV. (Ludwig das Kind).
Im Jahre 906 überfiel Pfalzgraf Adalbert die Konradiner bei Fritzlar. Im Gefecht tötete er Konrad den Älteren. Auch die
beiden Brüder Adalberts fielen im Kampf. Nachdem sich Adalbert auf die Burg Theres (heute Obertheres bei Haßfurt) zurück
gezogen hatte, wurde diese vom königlichen Heer belagert. Er konnte die Burg gegen das königliche Heer halten und ergab
sich 906. Als Gesandter des Königs versprach ihm der Mainzer Erzbischof und Kanzler Hatto I., ein Parteigänger der
Konradiner, freies Geleit an den königlichen Hof. Als Adalbert die Burg Theres verließ, wurde er, trotz Erzbischofs Hattos
Versprechens auf freies Geleit gefangen genommen, wegen Reichsfriedensbruchs verurteilt und enthauptet. Danach verloren die
Babenberger vorübergehend alle Ämter und Besitztümer im Herzogtum Franken. Dieser Verlust war der Anlaß zum Übergang
zur Entstehung der Österreichichen Babenberger und der Hohenstaufer in Salzburg und Österreich.

Adalhard († 903) war ein Mitglied des fränkischen Geschlechtes der Babenberger. Er war der Sohn des Markgrafen
Heinrich I. von Babenberg und einer Adeligen aus Friaul.
Während der Babenberger Fehde wurde er 902 von den Konradinern festgenommen und in Forchheim hingerichtet.

Heinrich (3. Sohn des Heinrich I.), † 902/903, Graf 888

Heinrich (der Sohn Adalberts, Adalhards oder Heinrichs), † wohl 935, Graf 912/934 – Heinrich war wohl der Vater von Heinrich von Trier,
Poppo von Würzburg und dem Grafen Bertold; sicher ist aber lediglich, dass Heinrich und Poppo Brüder waren
(weitere Söhne: Heinrich I., † 3. Juli 964 in Rom, 956 Erzbischof von Trier / Poppo I., † 14./15. Februar 961, 931-940 königlicher
Kanzler, 941-961 Bischof von Würzburg)

Berthold, † 15. Januar 980, 941 Graf, 960 Graf im Radenzgau, 961 Graf an der unteren Naab, 973 Graf im Volkfeld,
976 Markgraf, 980 Graf im östlichen Franken; ? 942/943 Eiliswintha (Eila) von Walbeck, † 19. August 1015, Tochter
des Grafen Lothar II., Gründerin von Kloster Schweinfurt – Nachkommen Schweinfurter Linie der Babenberger

Luitpold I. (Leopold I.) † 994, 976 Markgraf von Österreich, verheiratet mit Richwara - Nachkommen Österreichische
Babenberger
O FORTSETZUNG FRÄNKISCHE BABENBERGER und
Beginn ÖSTERREICHISCHE BABENBERGER