|
FORTSETZUNG der FRÄNKISCHEN BABENBERGER und Beginn der ÖSTERREICHISCHEN BABENBERGER: Heinrich I. (1. Sohn des Poppo I., des Grafen von Crabbfeld), 860 bezeugt, 28. August 886 vor Paris im Kampf gegen die Normannen, 866 princeps militiae Ludwigs des Jüngeren und Karl des Dicken, Markgraf der Franken (Marcio Francorum), Herzog der Austrasier (Dux Austrasiorum) Fortsetzung von Heinrich I: Adalbert (Poppone) (854-9. September 906 bei Haßfurt) war einer der bedeutendsten Vertreter im Kampf zwischen den Babenbergern und den Konradinern um die Vorherrschaft in Rhein- und Mainfranken (Babenberger Fehde). Die Babenberger Fehde gegen die Konradiner im mittleren Maingebiet erreichte seinen Höhepunkt Anfang des 10. Jahrhunderts während der unruhigen Regierungszeit des Ostfrankenkönigs Ludwig IV. (Ludwig das Kind). Im Jahre 906 überfiel Pfalzgraf Adalbert die Konradiner bei Fritzlar. Im Gefecht tötete er Konrad den Älteren. Auch die beiden Brüder Adalberts fielen im Kampf. Nachdem sich Adalbert auf die Burg Theres (heute Obertheres bei Haßfurt) zurück gezogen hatte, wurde diese vom königlichen Heer belagert. Er konnte die Burg gegen das königliche Heer halten und ergab sich 906. Als Gesandter des Königs versprach ihm der Mainzer Erzbischof und Kanzler Hatto I., ein Parteigänger der Konradiner, freies Geleit an den königlichen Hof. Als Adalbert die Burg Theres verließ, wurde er, trotz Erzbischofs Hattos Versprechens auf freies Geleit gefangen genommen, wegen Reichsfriedensbruchs verurteilt und enthauptet. Danach verloren die Babenberger vorübergehend alle Ämter und Besitztümer im Herzogtum Franken. Dieser Verlust war der Anlaß zum Übergang zur Entstehung der Österreichichen Babenberger und der Hohenstaufer in Salzburg und Österreich. Adalhard ( 903) war ein Mitglied des fränkischen Geschlechtes der Babenberger. Er war der Sohn des Markgrafen Heinrich I. von Babenberg und einer Adeligen aus Friaul. Während der Babenberger Fehde wurde er 902 von den Konradinern festgenommen und in Forchheim hingerichtet. Heinrich (3. Sohn des Heinrich I.), 902/903, Graf 888 Heinrich (der Sohn Adalberts, Adalhards oder Heinrichs), wohl 935, Graf 912/934 Heinrich war wohl der Vater von Heinrich von Trier, Poppo von Würzburg und dem Grafen Bertold; sicher ist aber lediglich, dass Heinrich und Poppo Brüder waren (weitere Söhne: Heinrich I., 3. Juli 964 in Rom, 956 Erzbischof von Trier / Poppo I., 14./15. Februar 961, 931-940 königlicher Kanzler, 941-961 Bischof von Würzburg) Berthold, 15. Januar 980, 941 Graf, 960 Graf im Radenzgau, 961 Graf an der unteren Naab, 973 Graf im Volkfeld, 976 Markgraf, 980 Graf im östlichen Franken; ? 942/943 Eiliswintha (Eila) von Walbeck, 19. August 1015, Tochter des Grafen Lothar II., Gründerin von Kloster Schweinfurt Nachkommen Schweinfurter Linie der Babenberger Luitpold I. (Leopold I.) 994, 976 Markgraf von Österreich, verheiratet mit Richwara - Nachkommen Österreichische Babenberger DIE ÖSTERREICHISCHEN BABENBERGER: Die Frage, welcher Abstammung die Österreichischen Babenberger sind, ist heute namensrechtlich wie auch heraldisch relativ leicht zu beantworten, da die Popponen den Namen des Grundgeschlechts der Babenberger "Paula sive Paul" (Paupau, fränk Aussprache: Poppo) führ(t)en. Die zweite Abstammungsalternative, die früher im Gespräch war, war jene mit den Luitpoldingern. Der Name "Luitpold" taucht zwar bei den fränkischen Popponen (Babenbergern) neu auf, die österreichischen Babenberger führen am Beginn jedoch typische Vornamen der Popponen, wie "Heinrich" und "Adalbert". Der Namensteil "Luit-" taucht jedoch bei der Heiligen Luitberga der Merowinger, den germanischen Vorfahren der Babenberger auf. Hinzu kommt, dass der Name "Luitpoldinger" eine alemannische "-inger"- oder "-ing"- Endung besitzt. Aber die Babenberger sind fränkischer (französischer) Abstammung, welches aus der engen Beziehung zwischen Babenberg und dem Frankenreich sowie aus der Erkenntnis deutlich wird, dass die drei letzten Bourbonen Frankreichs (Louis VI., Louis VIII. und Charles X.) nach der französischen Genealogie Babenberger waren. Schließlich könnte "Luitpold" ein Beiname sein, der soviel wie "Träger (Führer) des Kampfes" bedeutet, ohne eine Beziehung zu den Luitpoldingern zu besitzen. Sehr deutliche Beweise, dass der ursprüngliche Name ein römischer gewesen sein mußte und nicht ein alemannischer, sind Symbole und Farbhinweise in den Darstellungen der Babenberger und Hohenstaufer. Fast immer ist ein Fingerzeig (zeigende Hand des Dargestellten oder eines Begleiters/einer Begleiterin) auf die Farbe Rot oder Rot-Weiß zu finden, auf die römischen Farben. Der Baustil der Babenberger waren rot-weiß(-rot)e Gebäude, mit römischen Grundrissen (quadratförmiger Grundriss der Residenz "Am Hof" in Wien, etc.), mit römischen Quadersteinen, mit römischen Pflastersteinen und mit römisch nachempfundenen Architekturdetails (romanisch), mit römischen runden Türmen der Burgen, die römische Rundbogenfenster hatten und zwar in neuen Städten, gebaut nach römischen Stadtplanungsgrundlagen (Wiener Neustadt, etc.). Die Kleidung der Babenberger und Hohenstaufen bestand häufig aus einem blauen Unterkleid mit blutrotem Überkleid und weißem Überwurf, der römischen Frauenkleidung (gleichzeitig in den Frankenfarben rot-weiß-blau) der Heiligen Paula, der Ahnfrau. In der Gesamtsicht aller überlieferten Details ist die Schlußfolgerung daher eindeutig. Bei Babenberg taucht der Begriff "austrie terre" auf. Bei diesem Begriff muß es sich nicht um Österreich handeln, sondern um das Ostfränkische Königtum von Austrien, welches die Babenberger möglicherweise innehatten (es tauchen nämlich Kronenzeichen in den Darstellungen der Babenberger auf) oder die Königszeichen bei weisen auf deren fränkisch-königliche Abstammung hin. Die Merowinger Vorfahren der Babenberger waren vor allem Könige des Westfränkischen Königreichs von Neustrien. Markgraf LUITPOLD I., der Erlauchte, Markgraf (976-994) (geboren um 940, 10. Juli 994 in Würzburg) aus dem Geschlecht der Babenberger, Markgraf von Österreich von 976 bis 994. 976 wurde Liutpold, Graf des Donaugau als Graf der Marchia Orientalis genannt, ein Gebiet von nicht mehr als 100 km Breite an der Ostgrenze Baierns, das sich zum Herzogtum Österreich entwickelte. Luitpold, der die Mark wahrscheinlich als Belohnung für seine Treue zum Kaiser Otto II. während des bairischen Aufstandes 976 erhielt, dehnte seinen Herrschaftsbereich auf Kosten der Ungarn aus Leopold war Graf im bayrischen Donaugau und erscheint schon in den 960er Jahren als treuer Gefolgsmann Otto I.. Auch nach dem Aufstand Heinrichs des Zänkers von Bayern 976 gegen Kaiser Otto II. hielt er weiterhin zum Kaiser und wurde dafür an Stelle eines gewissen Burkhard zum Markgrafen eines Gebietes im Osten, dem heutigen österreichischen Kernland, ernannt. Er residierte wahrscheinlich in Pöchlarn, vielleicht aber auch schon in Melk, wie seine Nachfolger. Die Markgrafschaft, die sich ursprünglich etwa mit der modernen Wachau deckte, wurde zumindest bis zum Wienerwald erweitert. Leopold starb am 10. Juli 994 in Würzburg nach einem Mordanschlag auf seinen Vetter Heinrich aus der Schweinfurter Linie. Beide waren am 8. Juli vom Würzburger Bischof zur Kiliansmesse geladen. Dabei traf ihn ein Pfeil, der seinem Vetter zugedacht war und verwundete ihn tödlich. Leopold ist die erste, zumindest halbwegs fassbare, historische Herrscherfigur Österreichs. Das tausendjährige Jubiläum seiner Einsetzung wurde daher 1976 unter dem Titel Tausend Jahre Österreich gefeiert - so wie zwanzig Jahre später das Jubiläum der Ostarrîchi-Urkunde. Die Babenberger-Chronik des Babenbergers, Bischofs und Geschichtsschreibers Otto von Freising beginnt mit seinem Enkel Adalbert. Luitpold I. ist er der Stammvater des Herrscherhauses der Babenberger, das Österreich geschaffen und wesentlich geprägt hat. Seine Abstammung von den fränkischen Babenbergern, so wie zweihundert Jahre später von Otto von Freising festgestellt wird (dies wurde durch den Babenberger-Aufstand Anfang des 10. Jahrhunderts bekannt), ist mittlerweile erwiesen. Leopold ehelichte Richarda (auch Richwarda). Sie war vermutlich eine Schwester oder Halbschwester Graf Marchward I. von Eppstein und die Tochter Graf Ernsts des IV. vom Sualafeldgau. Dies wird auch durch die Namensgebung ihres zweiten Sohnes, Ernst, bestärkt. Leopold hatte mit ihr acht Kinder. Heinrich I. 9941018 Markgraf von Österreich und Leopolds I. Nachfolger / Ernst 1012-1015 Herzog von Schwaben, verheiratet mit Giesela, Tochter von Herzog Hermann von Schwaben / Poppo 1016-1047 Erzbischof von Trier / Adalbert 1018-1055 Markgraf von Österreich und Nachfolger seines Bruders Heinrich I. / Kunigunde / Hemma - verheiratet mit Graf Rapoto von Diessen / Christine - Reklusin in einem Kloster in Trier / und eine weitere Tochter Poppo von Babenberg (geboren 986; 16. Juni 1047 in Trier) war von 1016 bis 1047 Erzbischof von Trier. Poppo war ein Sohn des Markgrafen Leopold I. von Österreich und dessen Frau Richeza. Er wurde in Regensburg erzogen. Der deutsche König Heinrich II. ernannte Poppo im Jahr 1007 zum ersten Dompropst des jüngst gegründeten Bistums Bamberg. Nach dem Tod von Megingod im Jahr 1015 bestimmte Kaiser Heinrich II. Poppo zum neuen Erzbischof von Trier. Erzbischof Erkenbald von Mainz weihte Poppo daraufhin. Ein Jahr später, 1016, bestätigte Papst Benedikt VIII. Poppo als neuen Erzbischof von Trier. In den Jahren 1028-1030 reiste Poppo in Begleitung des Mönches Simeon ins Heilige Land. Nach der Rückkehr nach Trier kümmerte sich Poppo um Simeon, der sich in die Porta Nigra hatte einmauern lassen. Nach dem Tod Simeons wurde dieser auf Fürsprache von Poppo und Eberwin von St. Martin durch Papst Benedikt IX. heiliggesprochen. In den Jahren von 1037 bis 1047 ließ Poppo den Trierer Dom nach Westen hin großzügig erweitern. Bei einer Besichtigung der Baustelle verstarb Poppo am 16. Juni 1047. Er wurde in dem von ihm gestifteten Stift St. Simeon in Trier beigesetzt. 1803 wurde er nach St. Gervasius umgebettet. Im 2. Weltkrieg wurde seine Grablege vollständig zerstört. Markgraf HEINRICH I., der Widerspenstige, Markgraf (994-1018) 994 von seinem Sohn Heinrich I. beerbt. Auf Heinrich, der die Politik seines Vaters fortführte ( 1018) war von 994-1018 Markgraf von Österreich. Zu seiner Zeit wurde die Mark erstmals Ostarrîchi genannt. Schenkungen von Heinrich II. belegen die Vergrößerung der Mark nach Norden und Osten. Ladislaus Sunthaym nennt ihn später den Wiederspenstigen. Am 1. November 1002 schenkte Heinrich II. der Heilige , König des Regnum Teutonicorum und späterer Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, dem Sohn Luitpolds Markgraf Heinrich I große Teile des heutigen Wienerwaldes. Das war ein damals übliches Mittel zur Stärkung der mittelalterlichen Landesfürsten. Heinrich folgte seinem Vater Markgraf Luitpold I., als dessen ältester Sohn, im Amt des Markgrafen von Österreich ohne weitere Umstände und Schwierigkeiten, aber auch ohne Hinweise auf Förderung durch den König, und späteren Kaiser, Otto III. mittels Besitzausstattung nach. Otto III. stärkte die Bischöfe gegenüber den Herzögen. Es sind etliche Urkunden über Schenkungen von Königsland durch Otto an geistliche Institutionen bekannt. So wurde Heinrich in einer Tauschurkunde zwischen Kaiser Otto III. und Bischof Gottschalk von Freising im Jahre 995 Heinrich erstmals erwähnt. Dabei tauschte Otto 6 Königshufen an der Ybbs in und um Ulmerfeld gegen ein kleines Gut beim königlichen Burgort Krems. Die 6 Königshufen werden dabei als in marcha et in comitatu Henrici comitis liegend genannt. In Heinrichs Amtszeit fiel auch die erste urkundliche Erwähnung des Namen Österreich in einer Schenkungsurkunde Ottos wiederum an Gottschalk von Freising am 1. November 996. In dieser sogenannten Ostarrîchi-Urkunde wird die Lage des geschenkten Guts Neuhofen an der Ybbs als in regione vulgari vocabulo Ostarrîchi in marcha et in commitatu Heinrici comitis filii Liutpaldi marchionis beschrieben. Weiters wurde Heinrich bei einer Schenkung Ottos an den bayrischen Herzog Heinrich II., seinen Neffen, im Jahr 998 genannt. In dieser Urkunde wird er als in pago Osterriche vocitato ac comitatu Heinrici marchionis genannt. Im Jahr 1002 starb Kaiser Otto III. und der bayrische Herzog Heinrich II. folgt ihm als König, und ab 1014 auch als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, nach. Aus diesem Jahr ist eine große Schenkung König Heinrich II. an Markgraf Heinrich bekannt. Diese ist bezeichnend für das Vorrücken der Grenze nach Osten. Sie liegt außerhalb des damaligen Altlandes, d. h. nicht mehr im Viertel ob dem Wienerwald, sondern an der damaligen Ostgrenze der Mark. König Heinrich II. schenkte dem Markgrafen Heinrich ein Gut zwischen der sogenannten Dürren Liesing und der Triesting. Dazu erhielt er noch 20 Königshufen die er sich nördlich der Donau zwischen Kamp und March beliebig aussuchen konnte. Es wird vermutet, dass Heinrich diese im Raum von Weikersdorf und Stockerau auswählte. Zwischen 1004 und 1018 kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen König Heinrich II. und Herzog Boles?aw I. Chorbry von Polen. Der zeitgenössische Chronist Thietmar von Merseburg (1018), ein Verwandter des Babenbergers, hebt in seiner Geschichtsschreibung Markgraf Heinrich bei Feldzügen 1015 und 1017, wo er einen bayrischen Heerbann anführte, besonders hervor. Beide Male kam Boles?aw Heinrich mit einem Angriff zuvor und führte ein Heer gegen die Ostmark. Heinrich konnte beide Angriffe erfolgreich abwehren, kam aber dadurch nie auf den Hauptkriegsschauplatz im heutigen Schlesien. 1014 (oder 1017) wurde der Leichnam des Kolomann nach Melk ("civitas Medelicha") überführt und durch Bischof Mengingaud (auch Mengingoz) von Eichstätt (991-1015) in Melk ("in Mezilecun sepelivit"), wie die Melker Annalen berichten, beigesetzt. Dadurch ist nachgewiesen, dass Heinrich seinen Sitz in Melk hatte. Thietmar von Merseburg berichtet vom Tod Markgraf Heinrichs, dass dieser im Jahr 1018 "plötzlich und unerwartet" erfolgt sei. Eine Todesursache wird in seiner Chronik nicht erwähnt. Von einer Gemalin und Kindern Heinrichs gibt es keine Aufzeichnungen in Nekrologen. Erst eine der ältesten Grabsteininschriften Melks aus dem 13. Jahrhundert nennt eine "Suanhilt" welche Heinrich zugeordnet wird. Diese Quelle wird aber wegen nachgewiesener Fehler als sehr zweifelhaft eingestuft. Mit Sicherheit hatte Heinrich keine überlebenden Kinder. Anthropologisch ist nicht nachgewiesen, dass Heinrich in Melk begraben wurde. Dennoch bestehen daran keine Zweifel. Zu seinem Nachfolger wurde sein Bruder Adalbert ernannt. Es gelang Heinrich in seiner Amtszeit die recht junge Mark zu sichern und die Grenzen gegen Norden und Osten vorzuschieben. Dabei erwies er sich als treuer Gefolgsmann der Kaiser und bayrischen Herzöge. Urkundlich belegt ist der Amtssitz in Melk und die erste Nennung Österreichs als Ostarrîchi. Markgraf ADALBERT, der Siegreiche (geboren um 985, 26. Mai 1055 in Melk) Markgraf von Österreich von 1018 bis 1055. Er war der Bruder von Markgraf Heinrich I., dehnte die Ostgrenze der bayerischen Marcha Orientalis (Awarenmark) bis an die March und an die Leitha aus (unter Adalbert wurden Leitha, March und Thaya als Grenzflüsse etabliert) und unterstützte König Heinrich III. im Kampf gegen Ungarn und Böhmen. Er residierte in der niederösterreichischen Babenbergerburg Melk, wo später das Stift Melk entstand. Er war verheiratet mit Frowiza, der Tochter des Dogen Otto Orseoli von Venedig. Markgraf ERNST, der Tapfere, Markgraf (1055-1075) (geboren 1027; 10. Juni 1075), war von 1055-1075 österreichischer Markgraf. Er folgte seinem Vater (Onkel ?) Adalbert und vereinigte die Böhmische Mark mit der Ungarnmark und der Mark Österreichs. Zu seiner Zeit begann die Kolonisation des Waldviertels durch die Kuenringer. Zu Beginn des Investiturstreits stand er auf der Seite Heinrichs IV. und fiel als dessen Gefolgsmann. Seine bemerkenswerte Treue zu den Kaisern Heinrich II. und Heinrich III. wurde durch viele Gunstbezeugungen belohnt. Markgraf LEOPOLD II., der Schöne, Markgraf (1075-1095) auch Luitpold (geboren 1050; 12. Oktober 1095) war Markgraf von Österreich aus dem Geschlecht der Babenberger. Er wurde als Sohn des Markgrafen Ernst des Tapferen und Adelheid ( 1071), Tochter von Markgraf Dedi II. (auch Dedo) von Meißen, geboren und sicherte sich 1075 dessen Nachfolge. Im Streit zwischen dem Papsttum und dem Königtum (Investiturstreit) wandte er sich dem gregorianischen Lager zu und wurde daraufhin vom Kaiser abgesetzt und sein Heer bei der Schlacht bei Mailberg am 12. Mai 1082 vernichtend geschlagen. 1084 unterwarf sich Leopold. Herzog Vratislav II. von Böhmen wurde mit der Markgrafschaft belehnt, Leopold konnte sich jedoch als Landesherr halten. Er starb vermutlich in Gars am Kamp. Mit seiner Frau Ida von Cham, die bei einem Kreuzzug umkam, hatte er den Sohn Leopold III. sowie sieben Töchter, die Herzöge und Grafen aus Kärnten, Böhmen und Deutschland heirateten. Er schwankte im Investiturstreit, stellte sich aber letztlich unter Einfluss Bischof Altmanns von Passau auf die Seite des Papstes. Heinrich IV. war es allerdings trotz Leopolds Niederlage bei Mailberg 1082 unmöglich, ihn aus der Mark zu vertreiben oder die Nachfolge zu verhindern. Markgraf LEOPOLD III., der Heilige, Markgraf (1095-1136) Leopold III., Sohn von Leopold II. ubernahm im Jahre 1096 die Markgrafschaft (geboren 1073 in Gars; 15. November 1136) war Markgraf von Ostarrichi 1095-1136, Heiliger (Festtag am 15. November), Landespatron von Österreich im Allgemeinen sowie von Wien, Niederösterreich und (gemeinsam mit dem Heiligen Florian) von Oberösterreich im Besonderen. Leopold war der Sohn von Markgraf Leopold II. und Ida von Formbach-Ratelnberg; seine Söhne waren Leopold IV. und Heinrich II. Jasomirgott. Er wurde durch Altmann von Passau im Kloster Melk erzogen. In zweiter Ehe heiratete er 1106 Agnes von Waiblingen, der Schwester Kaiser Heinrichs V., da er ihn gegen seinen Vater Heinrich IV. unterstützt hatte. Diese Versippung mit den Saliern hob die Bedeutung des Babenberger-Hauses, dem wichtige Königsrechte in seiner Markgrafschaft übertragen wurde. Leopold nannte sich "Princeps Terrae", was bereits auf das Bewusstsein einer selbständigen Landesherrschaft hindeutet. Er war auch 1125 als Kandidat für die Königswahl im Gespräch, verzichtete aber. Erinnert wird seiner vor allem für die Erschließung des Landes, die mit seiner Tätigkeit als Klostergründer einher geht. Seine wichtigste Gründung ist Klosterneuburg (Augustiner-Chorherrn), das 1108 gegründet wurde. Der Legende nach war es die Stelle, an der ihm eine Marienerscheinung den Schleier seiner Frau Agnes zeigte, den diese Jahre zuvor auf der Jagd verloren hatte. Klosterneuburg wurde in den folgenden Jahren zur Residenz ausgebaut. Andere Klöstergründungen waren Stift Heiligenkreuz (Zisterzienser), Klein-Mariazell (Benediktiner) sowie Stift Seitenstetten. Diese Gründungen führten auch 1485 zu seiner Heiligsprechung, dienten aber hauptsächlich zur Erschließung des noch stark bewaldeten Gebiets. 1110 unterstellte er das Benediktinerstift Melk während des Investitutstreits dem Papst, das Stift erhielt daraufhin die Exemtion. Auch die Städte wurden unter ihm gefördert, neben Klosterneuburg und Wien namentlich Krems, das eine Münzprägestätte bekam. Aus seiner Zeit stammen auch die ersten literarischen Zeugnisse aus dem österreichischen Raum, namentlich von Heinrich von Melk und Ava von Göttweig. Begraben ist er im Stift Klosterneuburg in Klosterneuburg, das ihm seine Existenz verdankt. 1663 unter der Regierung seines Namensvetters Leopold I. wurde er zum Landespatron Österreichs an Stelle des Heiligen Koloman erhoben. Der 15. November ist in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich schulfrei. Im Streit zwischen Heinrich IV. und dessen Sohn Heinrich V. stellte Leopold III. sich auf die Seite des Sohnes, wurde er aber auf die Seite des Kaisers gezogen und heiratete 1106 dessen Tochter Agnes, Witwe des Herzogs Friedrichs I. von Schwaben. 1125 lehnte er die Kaiserkrone ab. Sein Eifer bei Klostergründungen (vor allem in Klosterneuburg) brachte ihm den Beinamen "der Fromme" und 1485 die Heiligsprechung durch Papst Innozenz VIII. ein. Er gilt als Landespatron von Niederösterreich.Der fünfte von Leopolds Söhnen war Otto, Bischof von Freising. Er erhielt das Königsgut und Reichsrechte in der Mark Österreich, gebrauchte den Rang "principatus terrae" (übergräfliche Stellung) und sprach vom "ius terrae". Leopold III. verzichtete 1125 auf die Königs-/Kaiserkandidatur. Seine Zeit verlief vorwiegend friedlich. Damals fielen große Besitzungen als Erbschaft oder Heiratsgut an den Markgrafen, so der Raum Wien. Unter ihm erhielten einige Donauorte Stadtrang (Stein, Krems mit Münzstätte, Tulln, Neuburg, Wien, Hainburg); Klosterneuburg, Heiligenkreuz und Kleinmariazell wurden von ihm gestiftet, Seitenstetten und Baumgartenberg von Hochadeligen und St. Georgen (Herzogenburg) vom Bischof von Passau. In Österreich wurden erste kulturelle Leistungen erbracht (Frau Ava, Heinrich von Melk, Melker Annalen, Vita Altmanni), Leistungen des Burgenbaus waren Oberranna und die Pfalz neben dem Kollegiat Klosterneuburg (seit 1133 Stift). Hier war der Herrschersitz und befindet sich die Begräbnisstätte. Er starb 1136 an Verletzungen von einem Jagdunfall in seiner Residenz Klosterneuburg. Sein Reliquienschrein steht heute auf dem Emailaltar von Niklaus von Verdun. Beigesetzt wurde er im Kapitelsaal von Klosterneuburg (Leopoldskapelle). Die Erinnerung an ihn wird bis heute gepflegt. Seit 1663 ist er Landespatron von Österreich (und Wien). Zu den sechs Söhnen Leopolds III. gehören Bischof Otto von Freising und Bischof Konrad II. von Salzburg. Bekannt sind die Friesacher Pfennige in dem Zeitraum von etwa 1125/30 bis etwa 1166 unter seiner Herrschaft. Markgraf LEOPOLD IV., der Freigebige, Markgraf (1136-1141) (geboren um 1108; 18. Oktober 1141 in Niederaltaich, Bayern) 1136-1141 Markgraf von Österreich, 1139-1141 Herzog von Bayern Der älteste Sohn Leopold, des III., Leopold IV. wurde 1136 Markgraf und 1139 erhielt er von König Konrad III. das Herzogtum Bayern, das Heinrich dem Stolzen entzogen worden war. Er war einer der jüngeren Söhne des Markgrafen Leopold III., des Heiligen. Warum er seinen Brüdern Adalbert und Heinrich vorgezogen wurde, ist unbekannt. Vom selben Geschlecht und durch seine Mutter Agnes noch näher mit den Staufern verwandt, wurde er im Zuge des Kampfes gegen die Welfen von Kaiser Konrad III. mit dem vorher welfischen Bayern belehnt. Er konnte sich dort durchsetzen, zumal sein Bruder Otto Bischof von Freising war. Die bekannteste Maßnahme seiner kurzen Regierung war 1137 der Tauschvertrag von Mautern mit dem Bischof von Passau. Der Bischof erhielt die Peterskirche, der Markgraf dafür ausgedehnte Ländereien um Wien mit Ausnahme eines Geländes außerhalb der Stadtmauer, wo eine große neue Pfarrkirche gebaut werden sollte - der heutige Stephansdom. Bereits im 11. Jahrhundert war Wien ein wichtiger Handelsort. Im Tauschvertrag von Mautern zwischen dem Bischof von Passau und Markgraf Leopold IV. wird Wien erstmals als Civitas bezeichnet, was auf eine wohlgeordnete Siedlung hindeutet. Er war mit Maria von Böhmen verheiratet, der späteren Frau des Markgrafen Hermann III. von Baden. Nachdem der Herzog und Markgraf nach kurzer Regierung überraschend starb, folgte ihm sein Bruder Heinrich in der Herrschaft nach. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| O Fortsetzung der ÖSTERREICHISCHEN BABENBERGER | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||